Inhaltsbereich
 

Fünf Titel an fünf Nationen

Finale beim Grand-Prix Gold Turnier in Saarbrücken

Bei den 28. Bitburger Badminton Open war heute der Tag der Wahrheit. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle wurden die Final-Begegnungen ausgetragen. Gingen im vergangenen Jahr noch vier Titel nach China, war es auf dem Siegertreppchen heute bunt gemischt. Die Gewinner-Pokale in den fünf Badminton-Disziplinen verteilten sich auf fünf verschiedene Nationen. Beim Traditionsturnier im Saarland sicherte sich Hongkong das Herreneinzel und Japan war im Dameneinzel erfolgreich. Das Mixed ging an Polen, das Herrendoppel an Dänemark und China konnte im Damendoppel den obersten Podestrang erobern. Im gestrigen Halbfinale schied mit Marc Zwiebler vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim im Herreneinzel der letzte im Turnier verbliebene Deutsche aus.

Den Auftakt am heutigen Finaltag machten Yu Yang und Tang Yuanting aus China, die sich im Damendoppel gegen Poon Lok Yan und Tse Ying Suet aus Hongkong durchsetzen konnten. Wer das Turnier die ganze Woche über verfolgte, der war über den 21:10 und 21:18 Erfolg der Spielerinnen aus dem Reich der Mitte nicht überrascht. Yu Yang ist die Olympiasiegerin von Peking in dieser Disziplin und hat mit der 21-jährigen Tang Yuanting nun eine neue Partnerin an ihrer Seite. Aus diesem Grund war das Duo auch nicht gesetzt. Experten wussten aber schon vorher: Treten die beiden an, dann wird es extrem schwer, sie zu schlagen. Den beiden Spielerinnen aus Hongkong gelang dies heute nicht. Yu Yang und Tang Yuanting spielten präzise wie ein Uhrwerk und zogen ihren von Taktik geprägten Matchplan von A bis Z durch.

Der Sieger im Herreneinzel kommt in diesem Jahr aus Hongkong – das war schon vorher klar. Im Finale standen sich mit dem an Position zwölf gesetzten Wong Wing Ki Vincent und Ng Ka Long Angus zwei Landsmänner gegenüber. Das bessere Ende hatte Ng Ka Long Angus, der den Marc Zwiebler Bezwinger von gestern mit 21:12 und 21:13 auf den zweiten Platz verwies. „Vor dem Spiel war ich sehr nervös, weil ich im Finale auf meinen Landsmann treffe. Wir kennen uns sehr gut. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute meine beste Leistung abrufen konnte. Das ist mein erster Sieg bei einem Grand-Prix Gold Turnier – und es fühlt sich wirklich großartig an. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder bei den Bitburger Open dabei zu sein und, dass ich meinen Titel verteidigen kann“, erklärte der an Position 13 gesetzte Ng Ka Long Angus, seinen Siegerscheck über 9.000 US-Dollar stolz in der Hand haltend. Er war es auch, der im Viertelfinale am Freitag Tien Chen Chou aus Taiwan aus dem Wettbewerb kegelte. Somit verhinderte Ng Ka Long Angus, dass der Weltranglisten-Sechste aus Taiwan seinen vierten Turniersieg in Folge bei den Bitburger Open landen konnte.

Sie hatte nicht wirklich jemand auf der Rechnung, doch Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba aus Polen spielten ein überragendes Turnier. Und diese Top-Leistung konnten sie auch heute abrufen. Dabei waren ihre Gegner keine Geringeren als Chris und Gabrielle Adcock. Das Ehepaar aus England war an Nummer eins gesetzt und wird in der Welt derzeit an Position sieben geführt. Doch das Gespann aus Polen mit dem 39-jährigen Mateusiak und der 31 Jahre alten Nadiezda Zieba haute im Schlussakkord der Bitburger Open den nächsten Hammer raus. Sie bezwangen die Adcocks mit 21:18 und 21:17. Schon 2006 konnten sich die beiden Osteuropäer in die Siegerliste der Bitburger Open eintragen, damals trug Nadiezda noch ihren Mädchennamen Kostiuczyk. „Dieses Turnier wieder zu gewinnen, das ist einfach unglaublich. Vor allem, weil wir eine sehr lange Verletzungspause hinter uns haben. So ist es wirklich toll, hier auf dem Siegertreppchen zu stehen. Dieser Erfolg ist für uns ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016“, sagte Mateusiak freudestrahlend, der 2006 zudem im Herrendoppel mit Michal Logosz die Bitburger Open gewinnen konnte.

Der Turnier-Höhepunkt im Dameneinzel war ein Duell zweier Badminton-Küken. Auf der einen Seite die 19-jährige Busanan Ongbamrungphan aus Thailand, auf der anderen die noch ein Jahr jüngere Akane Yamaguchi. Hier konnte sich die Weltranglisten-Zehnte aus Japan beim einzigen Dreisatz-Match des Tages in 58 Minuten mit 16:21, 21:14 und 21:13 durchsetzen. Für die Spielerin aus dem Land der aufgehenden Sonne war es der erste Grand-Prix-Triumph und auf ihrem Erfolgsweg warf sie im Halbfinale auch einen berühmten Namen aus dem Rennen. Sie war verantwortlich, dass die Weltranglisten-Fünfte Ratchanok Intanon ihre Koffer packen musste. Die Thailänderin war vor zwei Jahren mit ihren damals 18 Lenzen die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat.

Die Titelträger im Herrendoppel sind dieselben wie die vor zwei Jahren. In dieser Disziplin gab es einen Favoritensieg der an Position eins gesetzten Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding. Die Dänen sind die Nummer acht in der Welt und trafen im Finale auf die Russen Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov, die auf Rang zwei gesetzt waren. Mit zweimal 21:18 setzten sich die beiden „Mads“ am Ende die Krone auf. Es war zugleich auch die Revanche für die Europameisterschaft 2014, bei denen die Weltranglisten-13. aus Russland die Nase vorne hatten und sich den Titel sicherten. „Der Sieg hier war sehr wichtig für uns, weil wir die Punkte benötigen, um uns für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Es ist wirklich schön, das Turnier zu gewinnen. Genau für solche Tage trainieren wir jeden Tag“, sagte Mads Conrad-Petersen und er ergänzte: „Wir lieben es, nach Saarbrücken zu kommen. Unsere Platzierungen sind hier immer sehr gut, so erreichten wir in den vergangenen Jahren jeweils mindestens das Viertelfinale. Außerdem haben wir hier jedes Mal viel Spaß – auch auf der Players-Party. Die Bitburger Open sind etwas Besonderes und das genießen wir.“

Marc Zwiebler verpasst Finaleinzug

Die Teilnehmer für den Schlussakt des Grand-Prix Gold Turniers stehen fest

Die Würfel sind gefallen. Bei den Bitburger Badminton Open steht nun fest, wer die morgen ab 14 Uhr beginnenden Endspiele bestreitet. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle wurde heute das Halbfinale ausgetragen. Dabei hatte der Deutsche Badminton Verband (DBV) im Herreneinzel noch ein heißes Eisen im Feuer. Allerdings konnte Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim seine Chance auf den Finaleinzug nicht nutzen. Der Weltranglisten-20. musste sich Wong Wing Ki Vincent aus Hongkong mit 21:18, 12:21 und 11:21 geschlagen geben.

Auch wenn Marc Zwiebler auf dem Court eine Niederlage hinnehmen musste, in Punkto Willensstärke war das heute ein Sieg. Hätte dem 31-Jährigen vor Turnierbeginn am Dienstag jemand gesagt, dass er bis in die Runde der letzten Vier vordringen würde ¬– der Europameister von 2012 hätte sicherlich direkt unterschrieben. Über vier Woche musste der an Position drei gesetzte Deutsche aufgrund einer Achillessehnenreizung pausieren. Anstatt auf dem Trainingsplatz verbrachte er seine Zeit bei Ärzten und Physiotherapeuten. Und das mitten in der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Brasilien im nächsten Jahr. „Marc hat Grandioses geleistet. Er ist ohne jedwede Erwartung in das Turnier gestartet. Ob er hier überhaupt antritt, stand lange auf der Kippe. Und am Ende kommt er bis in das Halbfinale ¬– das gebührt größten Respekt. Er hat eine Weltklasseleistung abgerufen“, sagte Holger Hasse, der Chef-Bundestrainer des DBV. Dass nun doch Endstation war, ärgert den achtmaligen deutschen Meister trotzdem: „Ach, es ist echt schade, denn ich wollte den Zuschauern für ihre tolle Unterstützung etwas zurückgeben und ins Finale einziehen. Man will, aber es geht nicht so, wie man will. Das ist schon echt blöd“, erklärte der Lokalmatador.

Gegen den an Position zwölf gesetzten Wong Wing Ki Vincent begann es eigentlich perfekt: „Am Anfang hat es noch gut geklappt. Im zweiten Satz hat er einfach weniger Fehler gemacht und ich zu einfache. Aber mit der Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich diese Woche ein bisschen Sport getrieben habe. Am Ende haben mir schlicht und ergreifend die Körner gefehlt“, beschreibt der 31-Jährige seine Partie gegen den  Weltranglisten-28. Und Zwiebler meinte abschließend: „Zählt man meinen Fuß dazu, hatte ich eigentlich mit zwei Gegnern zu kämpfen. Die Verletzung machte sich heute richtig bemerkbar. Die Sehne tat wieder weh und ist auch angeschwollen. Jetzt gilt es, die kurze Pause zur Regeneration zu nutzen.“ Neben Zwieblers Kontrahent Wong Wing Ki Vincent konnte sich auch dessen Landsmann Ng Ka Long Angus die Fahrkarte in den letzten Turniertag sichern. Der an Position 13 gesetzte Spieler aus Honkong beförderte den an Nummer fünf geführten Engländer Rajiv Ouseph mit 21:16, 18:21 und 21:18 aus dem Wettbewerb.

Eine Überraschung gelang Akane Yamaguchi. Die Weltranglisten-Zehnte aus Japan gewann mit 21:8 und 21:17 gegen Ratchanok Intanon, die im globalen Ranking fünf Plätze vor ihr liegt. Die Thailänderin war vor zwei Jahren mit ihren damals 18 Lenzen die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat. „Meine Gegnerin war sehr schnell auf den Beinen. Ich hatte das Gefühl, dass sie Herreneinzel spielen will. Ich habe es nicht geschafft, die Begegnung zu kontrollieren und musste mich ihrem Spielstil anpassen“, erklärte die in der Setzliste auf Rang zwei geführte Ratchanok Intanon. Die Japanerin Yamaguchi trifft nun im Finale auf Busanan Ongbamrungphan. Die an Position sieben geführte Thailänderin behielt gegen Kirsty Gilmour aus Schottland mit 21:15 und 21:17 die Oberhand.

Etwas Sonderbares trug sich im Mixed zu – das Halbfinale fand ganz ohne asiatische Beteiligung statt. Das ist schon eine Seltenheit. In einem osteuropäischen Aufeinandertreffen setzten sich Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba aus Polen mit 21:18 und 21:16 gegen Vitalij Durkin und Nina Vislova aus Russland durch. Für Robert Mateusiak ist es so etwas wie der zweite Frühling und ein besonders schönes Resultat – hat der Pole doch schon 39 Lebensjahre vorzuweisen. Dass Gabrielle und Chris Adcock im Schlussakkord der Bitburger Open mitmischen, ist hingegen keine Überraschung. Das Ehepaar aus England war an Nummer eins gesetzt und wird in der Welt derzeit an Position sieben geführt. Sie waren heute für die Heimreise von Jacco Arends und Selena Piek aus Niederlande verantwortlich, die sie mit 21:14 und 21:13 sehr souverän besiegten.

Im Herrendoppel wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht. Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding machten ihre Finalteilnahme mit einem 21:16, 16:21 und 21:17 gegen die Japaner Takeshi Kamura und Keigo Sonoda fix. Die Dänen sind die Nummer acht in der Welt und beim Turnier im Saarland ganz oben auf der Setzliste zu finden. Gegner morgen sind Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov. Die Russen qualifizierten sich für die Abschlussrunde durch ein 21:18 und 21:11 gegen die an Position sechs gesetzten Japaner Hirokatsu Hashimoto und Noriyasu Hirata.

Gegen Yu Yang und Tang Yuanting  scheint derzeit kein Kraut gewachsen. Auch heute setzte sich das chinesische Damendoppel souverän mit 21:18 und 21:8 gegen Jongkolphan Kititharakul und Rawinda Prajongjai aus Thailand durch. Das Gespann aus dem Reich der Mitte hat keinen Setzplatz inne, weil die Olympiasiegerin von Peking Yu Yang mit der 21-jährigen Tang Yuanting eine junge Spielerin an die Seite gestellt bekam und beide nunmehr ein neues Duo bilden. Ob der Siegeszug der Chinesinnen zu verhindern ist? Versuchen werden dies morgen auf alle Fälle Poon Lok Yan und Tse Ying Suet aus Hongkong, die sich mit 21:15 und 21:16 gegen Vivian Kah Mun Hoo und Khe Wei Woon aus Malaysia durchsetzen konnten.

Nachdem nun für alle Deutschen das Turnier beendet war, zog Holger Hasse sein Fazit: „Wir stecken mitten in der Olympia-Qualifikation. Da haben wir schon einige Chancen liegen lassen – so auch hier. Aber wir müssen cool bleiben. Bei so vielen Turnieren kann man nicht immer eine Top-Leistung bringen. Es ist noch ein langer Weg mit vielen weiteren Möglichkeiten, Punkte zu sammeln. Und das werden wir auch tun. Mit der jungen, zweiten Garde bin ich sehr zufrieden. Sie zeigte ihr Talent und, dass sie teilweise schon gut mithalten kann.“


Alle sportlichen Infos wie Setzliste, Spielpaarungen, Ergebnisse,… finden sich hier

Marc Zwiebler steht im Halbfinale

Mixed ausgeschieden – Zwiebler letzter deutscher Vertreter

So langsam geht es auf die Zielgerade. Bei den 28. Bitburger Badminton Open in der Saarbrücker Saarlandhalle wurde heute das Viertelfinale ausgetragen. Beim mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier gab es für den Deutschen Badminton Verband (DBV) jeweils einmal im Mixed wie auch im Herreneinzel die Möglichkeit, die Runde der letzten Vier zu erreichen. Hier konnte Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim den Einzug in das Halbfinale perfekt machen. Dem gemischten Doppel Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim und Birgit Michels vom 1. BC Bonn-Beuel blieb der Einzug in die nächste Runde verwehrt. Morgen ab 14 Uhr wird nur noch der 31-jährige Zwiebler die deutschen Farben vertreten.

Zu Turnierbeginn am Dienstag war noch viel Ungewissheit im Spiel. Marc Zwiebler wollte bei seiner Auftaktpartie im Herreneinzel erst einmal schauen, wie sein Fuß auf die Belastung reagiert. Vier Wochen lang konnte er wegen einer Achillessehnenreizung nicht trainieren – die Ärzte verordneten eine Zwangspause. Also wollte er sich bei seinem Heimturnier nur ein bisschen rantasten. Schauen, ob sich die Sehne meldet und wieder schmerzt. Mehr nicht. Ein Anfang, ohne große Hoffnung oder gar Ambitionen. Jetzt aber schaffte der Europameister von 2012 den Einzug in das Halbfinale. Der Weltranglisten-20. besiegte den auf Rang acht gesetzten Hsu Jen Hao aus Taiwan mit 17:21, 23:21 und 21:15 und zog so in die Runde der letzten Vier ein. „Hsu Jen Hao ist ein super Abwehrspieler. Aber er hat Probleme, selbst die Begegnung zu gestalten. Das wusste ich und habe somit versucht, nicht selbst die Initiative zu ergreifen. Dadurch war das Tempo nicht so hoch, was mir natürlich sehr gelegen kam. Außerdem habe ich mich heute in der Pflicht gefühlt. Kein Deutscher im Halbfinale bei den Bitburger Open – das darf doch nicht sein“, erklärte der an Position drei gesetzte Zwiebler.

Auf den DBV-Akteur wartet nun Wong Wing Ki Vincent aus Hongkong. „Er ist eine Dampfwalze – ein Angriffsspieler, der viel Power auf die Matte bringt. Genau das Gegenteil von meinem heutigen Kontrahent. Ich habe bisher zwei Mal gegen ihn gespielt und beide Partien verloren. Er hat mich einfach überrannt. Das darf mir morgen nicht passieren“, charakterisiert Zwiebler den Weltranglisten-28., der bei den Bitburger Open auf Platz zwölf gesetzt ist. Und Deutschlands bester Einzelspieler ergänzt: „Aber eigentlich ist es mir egal, gegen wen ich spiele. Ich schaue auf meinen Fuß – nicht auf die Gegner.“ In den vergangenen drei Jahren stand in Saarbrücken immer Tien Chen Chou ganz oben auf dem Podest. Am Sonntag wird aber jemand anderes den Siegerpokal in die Höhe strecken, denn heute gelang Ng Ka Long Angus aus Hongkong der Favoritensturz. Mit 16:21, 21:16 und 21:14 besiegte er den Weltranglisten-Sechsten aus Taiwan. „Ich habe in den vergangenen beiden Wochen mit dem Halbfinale in Dänemark und meiner Finalteilnahme in Paris bei den French Open zwei anstrengende Turniere gespielt. Vielleicht war ich heute ein wenig müde. Mein Gegner war schneller auf den Beinen, deshalb konnte ich das Spiel nicht kontrollieren und habe folgerichtig verloren“, weiß der 25-Jährige, der als Topgesetzter in das Turnier ging.   

Heute sollte die Revanche her – doch die missglückte. Gegen das Mixed Vitalij Durkin und Nina Vislova aus Russland hatten die an Position vier gesetzten Michael Fuchs und Birgit Michels im Finale der Prag Open schon Ende September das Nachsehen. Dies sollte sich nun wiederholen. Mit 17:21, 21:15 und 13:21 mussten sich die Weltranglisten-13. aus Deutschland geschlagen geben. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Nach dem Gewinn des zweiten Satzes glaubten wir, dass wir nun die Selbstsicherheit haben, aber die war dann auch ganz schnell wieder wie weggeblasen. Es ist wirklich schade … aber unsere Gegner waren heute ganz einfach auch besser – das muss man neidlos anerkennen“, erklärte die 31-jährige Birgit Michels.  

Im Dameneinzel, Herren- und Damendoppel hat der DBV seit dem Achtelfinale schon keine Spieler mehr auf dem Feld. Derweil ziehen Favoriten wie das chinesische Damendoppel  mit der Olympiasiegerin von Peking Yu Yang und Tang Yuanting weiter ihre Kreise. Es dürfte niemand verwundern, wenn man die beiden Spielerinnen aus dem Reich der Mitte auch am Sonntag im Finale zu sehen bekommt. Auch das Ehepaar Gabrielle und Chris Adcock ist weiter mit von der Partie. Das englische Mixed wird in der Welt derzeit an Position sieben geführt und ist bei den Bitburger Open an Nummer eins gesetzt. Die Tickets für das Halbfinale haben auch Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding gebucht – die Dänen sind die Nummer acht in der Welt. Spaß macht es augenscheinlich auch Ratchanok Intanon im Dameneinzel. Auf sie sollten die Zuschauer unbedingt achten. Was die Thailänderin auf den Court zaubert ist eine wahre Augenweide. Intanon war 2013 mit ihren damals 18-Jahren die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat. Verabschieden mussten sich heute das indonesische Mixed Praveen Jordan und Debby Susanto. Die Weltranglisten-Neunten mussten sich dem 39-jährigen Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba aus Polen geschlagen geben. Auch der Bitburger Open Gewinner von 2011 musste die Heimreise antreten. Hans-Kristian Vittinghus aus Dänemark wurde vom Engländer Rajiv Ouseph aus dem Turnier befördert.

Alle sportlichen Infos wie Setzliste, Spielpaarungen, Ergebnisse,… finden sich hier

Tickets für das Viertelfinale sind vergeben

Mixed und Herreneinzel: Deutsche haben in der Runde der letzten Acht noch zwei Chancen

Die Luft wird immer dünner … Heute standen bei den 28. Bitburger Badminton Open die Achtelfinalspiele auf dem Programm. Um beim mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle die nächste Runde zu erreichen, hatten die deutschen Vertreter nur noch jeweils eine Chance im Damen- und Herreneinzel sowie im Herrendoppel. Des Weiteren stiegen heute die Mixed-Paare in den Wettbewerb ein, wobei der Deutsche Badminton Verband (DBV) hier mit acht Gespannen vertreten war. Am Ende des Tages stand fest: Für das morgen um 11 Uhr beginnende Viertelfinale hat sich das gemischte Doppel Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim und Birgit Michels vom 1. BC Bonn-Beuel qualifiziert. Weiterhin im Rennen ist auch noch Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim im Herreneinzel.

Bis heute mussten die gemischten Doppel warten, bis sie endlich die Courts betreten durften. Die Mixed-Paare spielten dann auch gleich zwei Runden aus. Sie eröffneten den Turniertag und beendeten ihn. Gestartet mit acht deutschen Vertretern waren es nach Durchgang eins immer noch drei Paare, die um den Einzug ins Viertelfinale kämpften. Geschafft haben es letztendlich nur die an Position vier gesetzten Michael Fuchs und Birgit Michels. Nach einem Freilos in der ersten Runde gewannen sie ihre Partie in Durchgang zwei souverän mit 21:13 und 21:12 gegen Wong Fai Yin und Mei Kuan Chow aus Malaysia. „Nach den zwei vergangenen Turnieren in Frankreich und Dänemark war dies hier ein Spiel, das wir von Anfang bis Ende durchgezogen haben. Wir waren von Beginn an konzentriert und hatten unsere Gegner zu jeder Zeit im Griff. So eine Partie sollte uns nun wieder mehr Selbstvertrauen und Auftrieb geben“, erklärte Birgit Michels. Nun steht für die Weltranglisten-13. die Begegnung gegen Vitalij Durkin und Nina Vislova aus Russland an. Und mit Hinblick auf die kommende Aufgabe meinte die 31-jährige Kölnerin: „Gegen die haben wir Ende September das Finale der Prag Open verloren. Jetzt ist es Zeit für eine Revanche.“

Im Herreneinzel gab es nur noch eine Chance auf ein Weiterkommen. Gehandicapt mit einer Achillessehnenreizung und einer damit verbundenen vierwöchigen Verletzungspause vor den Bitburger Open schlängelt sich Marc Zwiebler weiter durch das Turnier. Nun löste der 31-Jährige mit seinem 17:21, 21:13 und 21:17 gegen Chong Wei Feng aus Malaysia auch die Fahrkarte für das Viertelfinale. „Ich bin die ersten Bälle zu wild angegangen, ich wollte zu viel und schon stand es 5:0 für ihn. Dann habe ich mal die Aggressivität und das Tempo ein bisschen runtergefahren. Alles in allem war es schon sehr eng“, resümiert der Europameister von 2012. Der an Position drei gesetzte Zwiebler hat nun Hsu Jen Hao aus Taiwan als nächste Hürde vor der Brust. „Er ist ein unangenehmer Gegner. Ich habe schon ein paar Mal gegen ihn gespielt – beim letzten Aufeinandertreffen hatte ich das Nachsehen. Er wird mir morgen viele Bälle zurückbringen und seine Laufstärke ausspielen wollen. Das ist natürlich in meiner jetzigen Verfassung nicht gerade die beste Ausgangslage“, erklärte der Weltranglisten-20. Ein Blick auf die internationale Konkurrenz zeigt: Ein Favorit auf den Titel im Herreneinzel hat sich heute überraschend verabschiedet. Der an Position zwei gesetzte Indonesier Tommy Sugiarto musste sich Tzu Wei Wang aus Taiwan mit 10:21, 20:22 und 10:21 geschlagen geben. Während der Weltranglistenelfte und Finalist der vor zwei Wochen ausgetragenen Denmark Open seine Sporttasche einpacken kann, steuert Seriensieger Tien Chen Chou stramm seinem vierten Titel entgegen. Der Topgesetzte räumte heute Dionysius Hayom Rumbaka aus Indonesien mit 21:17 und 21:16 aus dem Weg.

Als letzte im Turnier verbleibende Deutsche ging heute Olga Konon im Dameneinzel auf das Parkett. Doch die Spielerin vom 1. BC Bischmisheim hatte eine Mammutaufgabe zu bewältigen. Ihre Gegnerin hieß Ratchanok Intanon. Die Thailänderin war 2013 mit ihren damals 18-Jahren die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat. Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben … Doch die 25-jährige Konon ließ sich davon nicht beirren und bot der derzeit in der Welt auf der Sieben geführten Thailänderin ordentlich Paroli. Der erste Satz war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mit einem 24:22 glücklicheren Ende für die Asiatin. Im zweiten Durchgang war dann die Luft raus und Ratchanok Intanon sicherte sich ihn mit 21:9. „Sie ist eine Spielerin auf Top-Niveau. Daher war diese Partie heute sehr gut für mich. Natürlich ist es schwer, denn sie ist echt super. Aber solche Erfahrungen brauche ich, solche Spiele brauche ich. Nur im zweiten Satz ist meine Taktik leider völlig in die Hose gegangen. Aber ansonsten bin ich recht zufrieden“, sagte Konon, die global auf Platz 58 steht.

Der letzte Hoffnungsschimmer am deutschen Herrendoppel-Horizont war das Duo Johannes Schöttler und Michael Fuchs. Doch auch der ist mit dem heutigen Tag verglüht. Die beiden Spieler vom 1. BC Bischmisheim mussten sich Takeshi Kamura und Keigo Sonoda mit 19:21 und 11:21 geschlagen geben. Die Japaner stehen in der Welt auf Rang 21, bei den Bitburger Open sind sie auf Platz sechs gelistet. „Ach, das war verdammt ärgerlich. Wir haben es im ersten Satz nicht geschafft, das Ding nach Hause zu fahren. Das war die entscheidende Phase – der Knackpunkt. Und im zweiten Satz waren die Japaner voller Selbstvertrauen und wir verunsichert. Dann hatten wir keine Chance. Die ließen uns nicht mehr ins Spiel kommen“, erklärte Michael Fuchs nach dem Spiel.

Im Damendoppel sind die schwarz-rot-goldenen Farben seit gestern nicht mehr vertreten. Hier bekommen die Zuschauer morgen mit Yu Yang aber die Olympiasiegerin von Peking in dieser Disziplin präsentiert. Da sie nun mit Tang Yuanting eine junge Spielerin an ihrer Seite hat, ist dieses chinesische Paar nicht gesetzt. Was die beiden drauf haben, konnte man heute erleben. Mit 21:18 und 21:19 kegelten sie die auf Rang drei gesetzten Japanerinnen Naoko Fukuman und Kurumi Yonao aus dem Wettbewerb.  

Alle sportlichen Infos wie Setzliste, Spielpaarungen, Ergebnisse,… finden sich unter der Webseite: hier

Schwarzer Tag für deutsche Doppel

Erste Runde beim Grand-Prix Gold Turnier ausgespielt

Um 10 Uhr betraten heute die ersten der insgesamt 273 Spitzenspieler aus 42 Ländern die Matten in der Saarbrücker Saarlandhalle. Bei den 28. Bitburger Badminton Open starteten die gesetzten Spieler in die Hauptrunde. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier wurde die erste Runde im Dameneinzel, Damen- und Herrendoppel ausgetragen. Im Herreneinzel war es schon der zweite Durchgang. Und die Reihen lichten sich – vor allem aber die deutschen Farben sind nur noch vereinzelt anzutreffen. Im Damendoppel sind sie nach dem heutigen Tag gänzlich verschwunden, im Herrendoppel ist noch ein Duo des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) mit von der Partie. Im Dameneinzel ist Olga Konon noch weiter dabei und im Herreneinzel ist mit Marc Zwiebler auch nur noch ein deutscher Vertreter im Rennen. Morgen geht es dann um 11 Uhr weiter. Dann greifen zum ersten Mal auch die gemischten Doppel in das Geschehen ein, die sogleich den Turniertag eröffnen und am Abend erneut antreten müssen. Hier hofft man im deutschen Lager, dass der heutige schwarze Tag keine Fortführung findet.

Im Dameneinzel hat Deutschland mit Olga Konon noch ein heißes Eisen im Feuer. Die 25-Jährige vom 1. BC Bischmisheim meisterte ihre heutige Aufgabe gegen die Russin Natalia Perminova mit Bravour und gewann mit 21:18 und 21:15. Im nächsten Durchgang kommt es für die Weltranglisten-58 aber knüppeldick. Auf sie wartet Ratchanok Intanon aus Thailand, die in der Welt auf der Sieben geführt wird und bei den Bitburger Open auf Rang zwei gesetzt ist. Zudem ist sie die Weltmeisterin von 2013 – den Titel sicherte sie sich im chinesischen Guangzhou. In der Höhle des Löwen sozusagen. „Ich habe noch nie gegen die Thailänderin gespielt. Aber ich bin sehr gespannt und freue mich auf die Partie. Der Druck liegt ganz bei ihr. Sie ist die Favoritin. Ich werde auf jeden Fall kämpfen und es ihr so schwer wie möglich machen“, sagte Olga Konon.    

Zum Auftakt im Herrendoppel gingen heute fünf DBV-Gespanne an den Start und alle mussten die Segel streichen. Hier war aber das Duo Mark Lamsfuß vom 1. BC Wipperfeld und Marvin Emil Seidel vom 1. BC Bischmisheim ganz nah an einer Sensation. Den an Position vier gesetzten Hirokatsu Hashimoto und Noriyasu Hirata verlangten sie alles ab. Und die Weltranglisten-16. aus Japan hatten am Ende nur knapp mit 21:13, 20:22 und 21:18 die Nase vorne. Aber Experten sind sich einig: Mit den beiden jungen Spielern wächst ein brillantes Herrendoppel heran – Seidel ist 19 Jahre alt, Lamsfuß zählt 21 Lenze. Die beiden Lokalmatadoren Johannes Schöttler und Michael Fuchs gelten dagegen eher als Altmeister. Doch sie sind weiterhin im Turnier vertreten. Die beiden Akteure vom 1. BC Bischmisheim hatten heute spielfrei und treffen morgen auf die Japaner Takeshi Kamura und Keigo Sonoda, die auf Rang sechs gelistet sind.

Keinen guten Tag erwischten auch die deutschen Damendoppel. Hier gingen ebenfalls fünf Paare an den Start – und von ihnen erreichte wie bei den Herren keines die nächste Runde. Besonders bitter, dass auch für die hoch gehandelten amtierenden Deutschen Meister Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim und Carla Nelte vom TV Refrath das Turnieraus
kam. Die Weltranglisten-23. unterlagen Heather Olver und Lauren Smith aus England mit 21:18, 9:21 und 14:21. Birgit Michels vom 1. BC Beuel und Isabel Herttrich vom 1. BC Bischmisheim mussten sich ebenfalls aus dem Wettbewerb verabschieden. Die Weltranglisten-28. unterlagen den Engländerinnen Sophie Brown und Kate Robertshaw mit 15:21 und 18:21.

Für Lars Schänzler vom TV Refrath reichte es heute im Herreneinzel nicht für ein Weiterkommen. Mit 16:21 und 17:21 zog er gegen Dionysius Hayom Rumbaka aus Indonesien den Kürzeren. Ebenso mussten die beiden Bischmisheimer Dieter Domke und Lukas Schmidt die Tasche packen. Domke unterlag dem auf Position 13 gesetzten Ng Ka Long Angus aus Hongkong mit 18:21 und 20:22, Schmidt hatte gegen Chong Wei Feng aus Malaysia mit 11:21 und 18:21 das Nachsehen. „Ich habe mir eigentlich etwas ausgerechnet. Es ist nicht unmöglich, ihn zu schlagen. Und im zweiten Satz hatte ich ihn auch im Griff – also den hätte ich mir wenigstens verdient gehabt. Es hat nicht sollen sein, aber ich kann trotzdem noch lachen“, erklärte Schmidt, der im Sommer des vergangenen Jahres seine Karriere in der Nationalmannschaft beendete und seither nur etwa drei Mal die Woche trainiert. Sein heutiger Gegner ist der nächste seines Vereinskollegen Marc Zwiebler. Der 31-Jährige setzte sich in Runde zwei mit 15:21, 21:18 und 21:19 gegen Toby Penty aus England durch.

Für die Zuschauer in der Halle war es eine Zitterpartie, die bis zum Schluss auf Messers Schneide stand. „Dass dies eine schwere Geburt wird, war doch klar. Ich kann nicht das höchste Tempo spielen und mir fehlt die Schlagsicherheit“, sagte der an Position drei gesetzte Weltranglisten-18., der wegen seiner Probleme an der Achillessehne eine vierwöchige Pause einlegen musste. Über seinen kommenden Gegner Chong Wei Feng erzählt der 31-Jährige: „Ich habe das letzte Mal bei den All England 2014 gegen ihn gespielt – und verloren. Aber er ist eine echte Wundertüte. Er hat schon die absolute Weltspitze geschlagen und gegen klar schwächere Gegner verloren. Nur eines ist klar: Chong Wei Feng ist morgen der Favorit, ich bin der Außenseiter“, resümiert der an Position drei gesetzte Zwiebler, der heute recht beschwerdefrei auf den Court ging. Doch eine Entwarnung ist dies keinesfalls. „So nach dem Spiel tut die Sehne schon weh. Aber das ist alles noch im erträglichen Rahmen“, berichtete er, als er aus der Halle humpelte.

Auftakt bei den 28. Bitburger Badminton Open

Grand-Prix Gold Turnier in Saarbrücken startet mit Qualifikation und Herreneinzel

Und los geht es … In der Saarlandhalle in Saarbrücken fliegen wieder die Bälle. Um 15.50 Uhr eröffnete Turnierdirektor Frank Liedke gemeinsam mit den internationalen Schiedsrichtern die 28. Auflage der Bitburger Badminton Open. Das Völkchen der Referees ist in diesem Jahr bei dem mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix Gold Turnier ein völlig buntes. Aufgrund der Prüfung zum „BWF-accredited umpire" sind hier Schiedsrichter aus insgesamt 21 Nationen der Welt vertreten. Neben den Europäern aus Deutschland, Niederlande, Österreich, Frankreich, Polen, Dänemark, Schweden, Lettland, Estland, Slowenien und Bulgarien sind auch welche aus Kanada, USA, Südafrika Neuseeland, Iran, Malaysia, Trinidad und Tobago, Hongkong, China und Mauritius ins Saarland gereist. Auf dem Programm am ersten Turniertag standen vor dem offiziellen Beginn traditionsgemäß die Qualifikationsrunden. Doch diese fielen in diesem Jahr recht spärlich aus. Lediglich fünf Partien wurden hier ausgetragen. Aus deutscher Sicht aber wichtig: Als Nachrückerin in diese Qualifikation konnte sich Lokalmatadorin Olga Konon gegen Fabienne Deprez vom BV Gifhorn deutlich mit 21:8 und 21:13 durchsetzen. Die Spielerin vom 1. BC Bischmisheim ist im Dameneinzel nach der verletzungsbedingten Absage von Karin Schnaase vom SC Union Lüdinghausen die letzte im Turnier verbleibende Deutsche. Die in der Welt auf Rang 58 positionierte 25-Jährige trifft nun morgen in der ersten Runde auf Natalia Perminova aus Russland.

Es war im Vorfeld ein Bibbern und ein Bangen. Spielt er oder spielt er nicht. Bis auf die letzte Sekunde wollte sich Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim alle Optionen offen halten. Deutschlands bester Einzelspieler wartete bis auf die letzte Sekunde, wie es um seine lädierte Achillessehne bestellt ist, wegen der er schon seit über vier Wochen eine Pause einlegen musste. Dann gab es von ihm selbst und der ärztlichen Abteilung grünes Licht – der Europameister von 2012 konnte bei seinem Heimturnier gegen Joshua Magee aus Irland antreten. Der 31-Jährige meisterte diese Aufgabe in souveräner Manier: 21:15 und 21:13 hieß es am Ende für den Deutschen Meister. „Das war heute ok. Es fühlt sich prinzipiell gut an. Ich hatte keine Schmerzen. Jetzt muss man schauen, wie die Sehne auf diese Belastung heute reagiert. Ich will aber kein Risiko eingehen. Sollten die Beschwerden wiederkommen, muss man einen Schlussstrich ziehen“, erklärt der an Position drei gesetzte Zwiebler. In der nächsten Runde wartet nun der Engländer Toby Penty. „Das ist dann ein anderes Kaliber. Wir werden sehen …wichtig ist, was mir morgen mein Bein erzählt“, meinte der Weltranglisten-18.    

Morgen auch noch mit von der Partie ist Dieter Domke. Der Spieler vom 1. BC Bischmisheim hatte beim 21:12 und 21:15 gegen Kasper Lehikoinen aus Finnland wenig Mühe. „Das war ein guter Einstieg in das Turnier. Ich habe von Beginn an Druck gemacht und war dann recht sicher in meinen Aktionen. Morgen wird es dann doch einen Zacken schwieriger“, sagt Domke, der nun auf den auf Position 13 gesetzten Ng Ka Long Angus aus Hongkong trifft. Und ein weiterer Spieler aus der Riege des 1. BC Bischmisheim hat es geschafft. Lukas Schmidt besiegte in einem Duell unter Kollegen Patrick Kämnitz vom BV Gifhorn mit 22:20 und 21:12. Morgen steht er dann gegen Feng Chong aus Malaysia auf der Matte. Eine Runde weiter ist auch Lars Schänzler vom TV Refrath, der mit 21:14, 17:21 und 21:18 gegen Mateusz Dubowski aus Polen gewann und nun gegen Dionysius Hayom Rumbaka aus Indonesien antreten muss. Im Hauptfeld des Herreneinzels standen aber auch noch weitere Spieler des Deutschen Badminton Verbandes (DBV). Doch Alexander Roovers, Nikolaj Persson, Tobias Wadenka, Fabian Roth, Kai Schäfer, Daniel Benz, Max Weisskirchen Phillip Discher konnten sich gegen ihre jeweiligen Gegner nicht durchsetzen und schieden in dieser ersten Runde aus. Herauszuheben ist hier allerdings Alexander Roovers vom 1. BV Mühlheim, der sich gegen den Topplatzierten Tien Chen Chou einen wahrlich knappen Kampf lieferte. Mit zweimal 21:19 behielt der Weltranglistenfünfte aus Taiwan schließlich die Oberhand.

Als am Montag das Spieletableau seinen letzten Schliff bekommen sollte, erreichten die Veranstalter noch einige Hiobsbotschaften. So hatte die amtierende Weltmeisterin und aktuell Weltranglistenführende im Dameneinzel ihre Teilnahme bei den Bitburger Open kurzfristig abgesagt. Noch einen Tag zuvor gewann sie die French Open in Paris. Neben der Spanierin wird auch das an Position eins gesetzte niederländische Damendoppel Eefje Muskens und Selena Piek nicht antreten. Hinzu kommt mit der verletzten Karin Schnaase eine Hoffnung aus dem deutschen Lager. Ihre Teilnahme zogen zudem Sayaka Takahashi aus Japan als Nummer fünf der Setzliste und Michelle Li aus Kanada als Nummer sechs zurück. Morgen um 10 Uhr beginnt dann die erste Runde im Dameneinzel, Damen- und Herrendoppel sowie Runde zwei im Herreneinzel. Die Mixed-Akteure greifen erst ab Donnerstag in das Turnier ein.

Titelsponsor bleibt erhalten

Bitburger Brauerei verlängert Vertrag bis 2017

Am 19. Oktober wurde bei einer Pressekonferenz alles Wichtige rund um die 28. Bitburger Badminton Open vorgestellt. Auf dem Podium saßen: Turnierdirektor Frank Liedke, DBV-Sportdirektor Martin Kranitz, Marc Zwiebler sowie Thomas Melzer, der Sport- und Kulturmanagement bei Bitburger Brauerei. Dieser gab auf der Pressekonferenz bekannt, dass Bitburger seinen Sponsoren-Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hat. Bis ins Jahr 2017 wird das Grand-Prix Gold Turnier in Saarbrücken also sicher noch den Namen der Brauerei aus der Eifel tragen. Thomas Melzer sagte: „Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir die erfolgreiche Partnerschaft weiterführen wollen. Das Konzept hat uns überzeugt – nicht nur die vergangenen Jahre, sondern auch was die Zukunft betrifft. Für uns ist die regionale Strahlkraft dieses Turnieres sehr, sehr wichtig, und da schauen wir auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück und freuen uns, diese nun auch weiter fortzuführen.“

Auf dem Weg nach Rio den Heimvorteil nutzen

Bei Bitburger Open sind 273 Spitzenspieler aus 42 Ländern am Start

In wenigen Tagen ist es soweit: Am 27. Oktober 2015 steigen die ersten von insgesamt 273 Spitzenspielern in die 28. Bitburger Badminton Open ein. Beim Finale am Sonntag werden es dann noch 16 Athleten sein, die in der Saarbrücker Saarlandhalle um die fünf Titel bei dem mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix Gold Turnier kämpfen. Aus insgesamt 42 Ländern kommen die Stars dieses Sports in diesem Jahr in das Saarland gereist – alle fünf Kontinente sind vertreten. Die Badminton-Elite arbeitet derzeit auf ein Ziel hin: Jeder will bis zum Stichtag 5. Mai 2016 möglichst viele Punkte für die Weltrangliste einfahren, um sich über die daraus resultierende Platzierung im Ranking des Badminton-Weltverbandes einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zu sichern. „Im vorolympischen Jahr stehen sehr viele Turniere zur Auswahl. Und jeder versucht dann, seinen individuellen Kalender zusammenzustellen und ihn so zu gestalten, wie es für ihn am günstigsten ist. Anscheinend stand Saarbrücken bei sehr vielen guten Spielern auf der Agenda. Die Qualität ist besonders in der Breite sehr hoch“, sagt Michael Fuchs mit Blick auf die Meldeliste. Der Spieler des 1. BC Bischmisheim wird im Herrendoppel mit Vereinskollege Johannes Schöttler und im Mixed mit Birgit Michels vom 1. BC Beuel an den Start gehen.

In Saarbrücken sollen Punkte her
Im gemischten Doppel liegen der 33-jährige Fuchs und die zwei Jahre jüngere Michels auf Olympiakurs. Die beiden stehen derzeit in der Weltrangliste auf Platz 14, in der für die Olympiaqualifikation entscheidende „bereinigten" Tabelle auf Position acht. Doch bei den gerade beendeten und mit 650.000 Dollar dotierten Denmark Open in Odense mussten sie bereits in der ersten Runde die Segel streichen. Und bei den eine Woche vor den Bitburger Open ausgetragenen French Open in Paris warten schon in der zweiten Runde die Weltranglistenführenden aus China. Das wird extrem schwer … Umso wichtiger also, beim Heimturnier in Saarbrücken wieder ein gutes Resultat und somit Punkte einzufahren. Das deutsche Duo ist hier an Position vier gesetzt und muss in seinem Auftaktspiel gegen Gaetan Mittelheisser und Audrey Fontaine aus Frankreich ran. An Position eins der Setzliste steht das Ehepaar Gabrielle und Chris Adcock aus England, das im Weltranking an Nummer sechs geführt wird. Auf den Plätzen zwei und drei folgen im Saarland die Weltranglistenneunten Praveen Jordan und Debby Susanto sowie die in der globalen Rangliste auf Platz 13 rangierenden Edi Subaktiar und Gloria Emanuelle Widjaja. Beide Paare sind aus Indonesien.

Doppel-Weltmeisterin am Start
Im Dameneinzel thront die aktuelle und Weltmeisterin von 2014 über der Setzliste. Die Weltranglistenzweite Carolina Marin aus Spanien ist vom Papier her das Maß aller Dinge. Doch die Konkurrenz ist enorm stark: Auf Setzplatz zwei folgt Ratchanok Intanon aus Thailand, die in der Welt auf der Acht geführt wird. Ein gehöriges Wörtchen mitreden werden sicherlich auch die beiden Japanerinnen Nozomi Okuhara auf Platz drei der Setzliste und Akane Yamaguchi auf der Vier. Die beiden trennt auch im globalen Ranking nur ein Platz: Okuhara ist Neunte, Yamaguchi ist Zehnte. Deutschlands beste Einzelspielerin ist Karin Schnaase – und sie trifft in der ersten Runde ausgerechnet auf Okuhara. Die Spielerin vom SC Union Lüdinghausen musste nach ihrer Finalteilnahme in Almere bei den Dutch Open im folgenden Turnier bei den Denmark Open in ihrem Auftaktmatch wegen einer Oberschenkelzerrung das Handtuch werfen. Inwieweit die Nummer 26 der Welt für das Turnier in Saarbrücken fit ist, steht ein bisschen in den Sternen. Doch die 30-Jährige wird alles dafür geben, sich den Traum ihrer ersten olympischen Spiele erfüllen zu können.

Warten auf grünes Licht: Zittern bis zur letzten Minute
Während seine Gefährten aus der Nationalmannschaft in Dänemark und Frankreich hochrangige Turniere spielen, nahm Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim in dieser Zeit Termine beim Arzt oder beim Physiotherapeuten wahr. Deutschlands bester Einzelspieler hat erneut Schmerzen in der Achillessehne, die nach seinem Sieg bei den Prague Open Ende September zu Tage traten und ihn zu einer Pause zwangen. Ob der Heilungsprozess für sein Heimturnier abgeschlossen ist, wird man erst sehen. „Es geht täglich besser und wir arbeiten alle hart daran, dass es für die Bitburger Open klappt. Denn natürlich würde ich dieses Turnier vor der Haustüre sehr gerne spielen“, sagt der Europameister von 2012, der in Saarbrücken an Position drei gesetzt ist und auf den in der ersten Runde R. M. V. Gurusaidutt aus Indien warten würde. Diese Zäsur inmitten der Olympia-Quali kommt für den Weltranglisten-17 natürlich zum ungünstigsten Moment. „Wenn die Ärzte grünes Licht geben, dann stehe ich am Dienstag auf dem Court. Wenn nicht, muss ich eben noch warten – so ist der Sport. Aber die Gesundheit hat Vorrang“, erklärt der 31-Jährige. Seinen Trainingsrückstand bei einem eventuellen Start sieht er als nicht so problematisch an: „Ach, das bekommen wir schon hin. Außerdem ist so eine Pause auch mental ganz gut und bringt Vorteile mit sich.“ Die Setzliste führt der dreifache Seriensieger der Bitburger Open Tien Chen Chou aus Taiwan an. In Odense traf der Weltranglistensechste im Halbfinale auf Tommy Sugiarto aus Indonesien. Ein Szenario, das in Saarbrücken erst im Finale eintreffen würde, denn der Weltranglistenzwölfte ist hier an Position zwei gesetzt. Übrigens: In Dänemark musste sich Sugiarto im Finale nur dem Weltranglistenführenden Chen Long aus China beugen.

Heißer Tanz bei den Herren
Ein enges Rennen verspricht der Herrendoppel-Wettbewerb. Die Nummer eins der Setzliste geht hier an die Nummer zehn in der Welt – die Dänen Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding. Auf Rang zwei liegen die Russen Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov, die sich im globalen Verzeichnis auf Position 13 befinden. Ihnen folgt Wee Kiong Tan und V Shem Goh aus Malaysia als Nummer 14 der Welt. Michael Fuchs und Johannes Schöttler müssen sich in ihrem ersten Spiel mit Qualifikaten auseinandersetzen. In der Welt drei Plätze hinter den Deutschen auf Rang 33 ordnen sich ihre Kollegen Josche Zurwonne vom SC Union Lüdinghausen und Max Schwenger vom TV Refrath ein. Sie haben es im Aufgalopp mit den Brüdern Joshua und Sam Magee aus Irland zu tun.

Olympiasiegerin gibt sich die Ehre
Im Damendoppel haben Selena Piek und Eefje Muskens den Platz an der Sonne der Setzliste inne. Die Niederländerinnen sind die Nummer neun in der Welt. Auf Rang zwei sind die Weltranglisten-12 Jwala Gutta und Ashwini Ponnappa notiert. Den Inderinnen folgen Naoko Fukuman und Kurumi Yonao aus Japan, die sich im Welttableau auf Rang 13 befinden. Mit Yu Yang bekommen die Zuschauer auch die Olympiasiegerin von Peking in dieser Disziplin präsentiert, die Chinesin hat aber nun eine junge Spielerin an ihrer Seite. Die amtierenden deutschen Meister Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim und Carla Nelte vom TV Refrath sind Weltranglisten-19 – sie haben es in der ersten Runde mit Heather Olver und Lauren Smith aus England zu tun. Ebenfalls mit einem Duo von der Insel müssen sich Birgit Michels und Isabel Herttrich vom 1. BC Bischmisheim auseinandersetzen. Die Weltranglisten-28 treten gegen Sophie Brown und Kate Robertshaw an.

Das etwas andere Turnier fällt in die Halbzeit
Die Bitburger Open finden mitten im „heißen“ Herbst der Olympia-Qualifikation statt. Jetzt ist die Hälfte geschafft – und die Zwischenbilanz könnte für den Deutschen Badminton Verband kaum erfreulicher sein: Würde heute abgerechnet, dann wären sieben deutsche Spieler in Rio dabei. Das sind so viele wie noch nie zuvor. Und es wäre auch das erste Mal, dass deutsche Akteure in allen Disziplinen vertreten wären. So kommt das Heimturnier in Saarbrücken gerade recht. Jetzt heißt es nachlegen … „Ich freue mich richtig auf diese Woche, weil viele internationale Asse des Badmintonsports hier im Saarland aufschlagen“, meint Turnierdirektor Frank Liedke und sagt: „Und viele Athleten mögen die Bitburger Open. Sie bestätigen uns, dass die Atmosphäre bei uns einzigartig sei.“ Dazu trägt auch immer die Players-Party ihren Anteil bei. Mittlerweile eine Institution, die zu diesem Turnier gehört wie der weiß-gefiederte Ball selbst. Diese schönste Nebensache der Bitburger Open hat den Ruf der Veranstaltung als das „Etwas-Andere-Turnier“ mitbegründet. Am Freitag geht es dann nach den Viertelfinalspielen von den Courts in der Saarlandhalle direkt auf das Tanz-Parkett in die Saarbrücker Congresshalle.

Auf der Jagd nach den Olympia-Tickets

Kurs auf Rio – mit Zwischenstopp in Saarbrücken

Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro sind noch ein bisschen hin. Für viele Badmintonspieler geht es aber jetzt schon ans Eingemachte. Das Rennen um die begehrten Tickets für das Großereignis im kommenden August ist längst entfacht. Bis zum Stichtag 5. Mai 2016 müssen die Spitzenspieler bei Turnieren rund um den Globus genügend Ranglistenpunkte eingesammelt haben. Dann entscheidet sich, wer sich die Spiele vor dem Fernsehen anschauen muss oder wer doch live dabei sein darf. Mitten in diese Qualifikations-Mühle fallen die 28. Bitburger Badminton Open. Dieses Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle ist mit insgesamt 120.000 US-Dollar Preisgeld dotiert – doch die Sieger streichen auch 7.000 Weltranglistenzähler ein. Und das ist derzeit das Entscheidende. Jetzt ist der Anmeldeschluss für das Turnier beendet und was sich hier auf dem Meldebogen tummelt, bestätigt Frank Liedkes Aussage im Vorfeld. Der Turnierdirektor meinte: „Aufgrund der Quali wird das Teilnehmerfeld bestimmt sehr gut besetzt sein.“

Recht sollte er behalten … eine Kostprobe: Im Dameneinzel haben fünf von den derzeit zehn besten Spielerinnen der Welt ihr Kommen angekündigt. Mit dabei ist etwa Carolina Marin. Die Spanierin sicherte sich im vergangenen wie auch in diesem Jahr den Weltmeistertitel. Mit der Weltranglisten-Sechsten Ratchanok Intanon aus Thailand ist ihre Vorgängerin von 2013 ebenfalls vertreten. Auch geht Saina Nehwal an das Netz – ihres Zeichens Führende im internationalen Ranking, Vize-Weltmeisterin von 2015 und Bronze-Medaillengewinnerin von Olympia 2012. Und nebenbei ist sie alleine mit den 3,5 Millionen Dollar Sponsorengelder im Jahr Indiens bestverdienenste Sportlerin. Mehr Hochkaräter geht kaum … Da wird sich die beste deutsche Vertreterin Karin Schnaase vom SC Union Lüdinghausen gehörig strecken müssen. Aber vielleicht ist unter dem heimischen Hallendach für die Weltranglisten-29. sogar eine Überraschung drin.

In Zusammenhang mit dem Saarbrücker Turnier recht interessant: Tien Chen Chou hat wieder gemeldet. Dabei hat der in der Welt an Position sieben geführte Taiwanese eine klare Mission. Er will sich zum vierten Mal in Folge den Sieg im Herreneinzel unter den Nagel reißen. Verhindern will dies sicher Tommy Sugiarto. Der Indonesier steht derzeit in der Weltrangliste auf Platz zwölf und damit zwei Positionen vor Deutschlands bestem Einzelspieler Marc Zwiebler. Der Akteur vom 1. BC Bischmisheim konnte zwar Ende September die Prague Open gewinnen, bezahlte diesen Sieg jedoch teuer. „Mein Schleimbeutel im Fuß hat sich wieder entzündet. Ich hoffe, dass ich nicht lange aussetzen muss. Das wäre in der jetzigen Situation natürlich fatal. Aber man muss auch an seine Gesundheit denken. Die geht vor. Rio wären meine dritten olympischen Spiele und ich wäre super gerne dabei. Zum Punktesammeln ist so ein Heimturnier natürlich ideal – und sofern der Fuß mitspielt, will ich natürlich gewinnen. Denn es soll nicht so werden, wie im Jahr zuvor“, erzählt der Europameister von 2012, der hier auf sein Erstrunden-Aus 2014 anspielt. Zum Favoritenkreis im Herreneinzel ist sicherlich auch Hans-Kristian Vittinghus zu zählen. Der in der Welt auf Rang 16 stehende Däne gewann vor vier Jahren den Titel in Saarbrücken.

Neben Marc Zwiebler stehen auch die Chancen für das Mixed mit dessen Vereinskollegen Michael Fuchs und Birgit Michels vom 1. BC Beuel nicht schlecht, dass sie nach London jetzt auch die Tickets für Rio lösen. Aber auch für sie gilt: Saarbrücken soll als Punkte-Lieferant genutzt werden. Mit dem Ehepaar Gabrielle und Chris Adcock stehen da aber ganz harte Brocken im Weg. Das gemischte Doppel aus England wird in der Welt derzeit an Position sechs geführt. Bei der Titelvergabe werden sicher auch noch zwei Gespanne aus Indonesien ein Wörtchen mitreden wollen. Praveen Jordan und Debby Susanto halten sich momentan in der Welt auf Rang neun auf; Edi Subaktiar und Gloria Emanuelle Widjaja sind auf der Zwölf zu finden. „Das ist wieder ein stark besetztes Feld – vor allem eines, das sehr kompakt ist. Das macht es besonders für die Zuschauer interessant. Auch wenn uns sicher ein schweres Turnier bevorsteht: Ich hoffe doch, dass es auch ein langes wird und wir am Wochenende noch mit von der Partie sind. Der Kampf beginnt schon in der ersten Runde und dann wollen wir schauen, dass wir es möglichst weit packen“, sagt Michael Fuchs, der zusammen mit Birgit Michels auf dem 14. Weltranglistenplatz rangiert.

Im Damendoppel haben vom Papier her Selena Piek und Eefje Muskens die besten Karten. Die Niederländerinnen sind die Nummer neun in der Welt. Drei Plätze dahinter folgen Jwala Gutta und Ashwini Ponnappa aus Indien, die ebenfalls für die Bitburger Badminton Open gemeldet haben. Aussichtsreiche Kandidaten aus deutscher Sicht sind die amtierenden deutschen Meister Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim und Carla Nelte vom TV Refrath als Weltranglisten-Zwanzigste. Auch Birgit Michels und Isabel Herttrich vom 1. BC Bischmisheim sind im Aufwind. Die beiden befinden sich in der globalen Wertung auf Platz 28, werden aber nach ihrem Sieg bei den Prague Open sicher noch nach oben rutschen.

Ein heißer Tanz könnte es im Herrendoppel werden. Hier begegnen sich viele Zweier- Ensembles auf Augenhöhe. Zu nennen wären da die Dänen Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding als Nummer zehn in der Welt. Auch die Russen Vladimir Ivanov und  Ivan Sozonov auf Position 13 liegend, sowie Wee Kiong Tan und V Shem Goh aus Malaysia als Nummer 14 haben den Turniersieg anvisiert. Doch im Teilnehmerfeld geht es äußerst eng zu. Denn weiter sind auch die Doppel vertreten, die momentan in der Weltrangliste auf den Positionen 15,16,18,19 und 20 liegen. „Im Herrendoppel wird es schwer, aber ich glaube an unsere Chance, noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Wir haben noch nicht viele Wertungen gehabt – und es ist noch ein bisschen hin“, weiß Michael Fuchs, der mit seinem Vereinskollegen Johannes Schöttler an den Start gehen wird. In der Welt zwei Plätze hinter den beiden auf Rang 31 sind die aktuellen deutschen Meister Josche Zurwonne vom SC Union Lüdinghausen und Max Schwenger vom TV Refrath positioniert. Doch beide deutsche Doppel haben ein Handicap. Mit Schöttler auf der einen Seite und Schwenger auf der anderen gibt es zwei Spieler, die sich in diesem Jahr einer Operation unterziehen mussten und daher einige Monate pausierten.   

Die Bitburger Open finden in einer Zeitspanne statt, die aufregender kaum sein könnte. Aber das Turnier wird für die Deutschen eine besonders harte Nuss, will doch jeder aus dem internationalen Badminton-Zirkus den Traum von Rio wahr werden lassen. „Wir rechnen mit vier bis sieben Athleten, die sich qualifizieren können“, meint Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton Verbandes. Wer beim Warmlaufen für Olympia dabei sein möchte, sollte sich schon jetzt Karten sichern. Mit den Familien- und den Feierabendtickets können die Veranstalter mit attraktiven Kartenkontingenten aufwarten – auch Gruppen bekommen Preisnachlässe. Auf die Besucher  wartet ein durchdachtes Turnierkonzept, das sich bewährt hat. Dazu gehört, dass am Eröffnungstag neben der Qualifikation auch die erste Hauptrunde im Herreneinzel ausgespielt wird. So geht es von Beginn an zur Sache.




Kleine Champions mit großen Träumen

Von den Besten lernen: Vereins-Nachwuchs trainiert bei Bitburger Open wieder mit den Profis

Jakob ist hochkonzentriert. Aufmerksam lauscht er den Worten von Marc Zwiebler. Deutschlands bester Herreneinzelspieler leitet die Gruppe des Siebenjährigen beim Nachwuchstraining im Rahmen der Bitburger Badminton Open. Zum Einstieg korrigiert der Europameister von 2012 die Schlägerhaltung – Jakob saugt die Tipps mit großen Augen auf. „Never change a winning team” – heißt ein berühmter Ausspruch aus dem Sport. Bedeutet: Ist etwas gelungen und zielführend, besteht kein Bedarf, an den Gegebenheiten etwas zu ändern. Und das Training für die Nachwuchsspieler aus Vereinen und Verbänden ist eine solche Erfolgsgeschichte, die daher auch bei den 28. Bitburger Badminton Open vom 27. Oktober bis 1. November 2015 angeboten wird. Am 31. Oktober sowie einen Tag später jeweils von 9 bis 13 Uhr finden im Rahmen des mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix Gold Turniers wieder Trainingseinheiten für Kinder und Jugendliche statt. „Im vergangenen Jahr machten 118 Teilnehmer aus 15 Vereinen mit. Von Erfurt bis Landshut, von Nordstemmen bei Hildesheim bis Maximiliansau in der Nähe von Karlsruhe – aus ganz Deutschland reisten sie dafür an“, weiß Mathias Aßmann, der dieses Projekt koordiniert.

Diese besonderen Übungseinheiten werden auch jetzt wieder von deutschen Spitzenspielern geleitet – darunter Olympioniken, Deutsche Meister sowie aktive und ehemalige Nationalspieler. Fast die komplette Mannschaft des Bundesligisten 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim engagiert sich bei diesem Projekt. Stattfinden wird es an der Hermann Neuberger Sportschule in Saarbrücken. Also dort, wo sich Zwiebler, Fuchs und Co. auf olympische Spiele, Europa- oder Weltmeisterschaften vorbereiten. Um beim Training auf den Leistungsstand eines jeden Einzelnen eingehen zu können, werden kleine Gruppen gebildet. „Wir wollen keine Massenabfertigung. Jeder soll die Möglichkeit haben, seine Fragen zu stellen und seine persönlichen Tipps zu bekommen“, erklärt Aßmann. In dem kostenlosen Angebotspaket ist auf Einladung des Veranstalters auch wieder der gemeinsame Besuch bei den Halbfinals beziehungsweise Finals der Bitburger Open enthalten. Direkt nach dem Training mit den Profis fahren die Kids zum Grand-Prix Gold Turnier. „Die Eintrittskarten sowie ein Shuttle-Service zur Saarlandhalle gibt es als Gastgeschenk dazu“, erzählt Turnierdirektor Frank Liedke. Und das Beste: Weiterhin bekommt jeder Teilnehmer ein halbes Dutzend Naturfederbälle mit auf den Heimweg. Maike Kohlmaier war im Vorjahr zum ersten Mal dabei – und sie fand das Training großartig. „Das ist wirklich einmalig: Der Motivationsschub ist im Training richtig spürbar. Verstärkt wird das noch durch die Spiele bei den Bitburger Open am Mittag. Besser geht es gar nicht", meint die Übungsleiterin des TV Siersburg.

Mittlerweile ist die Maßnahme ein solcher Erfolg, dass dafür mehr Anmeldungen eingehen wie Teilnehmerplätze zur Verfügung stehen. Frank Liedke: „Daher haben wir die fairste aller Lösungen gewählt. Nach dem Meldeschluss losen wir die Vereine aus, die bei den  Trainingseinheiten mitmachen dürfen.“ Anmeldungen sind bis zum 17. Oktober 2015 beim Koordinationsbüro der Bitburger Open möglich. Oder einfach eine E-Mail mit Teilnehmerzahl und Ansprechpartner an Mathias Aßmann schicken – mathias@bc-bischmisheim.de. Mit den Vereinen oder Verbänden setzen sich die Veranstalter rechtzeitig in Verbindung, um sich bezüglich Uhrzeit und Treffpunkt abzustimmen. Wichtig ist natürlich, dass jeder Teilnehmer eine komplette Ausrüstung mit Schläger, Sportbekleidung und Hallenschuhe im Gepäck hat.


Flash is required!

Zur Einstimmung - Trailer Bitburger Open 2015

Hier schon mal als kleiner Appetithappen - unser Trailer für 2015.

Wie heißt es auf Neudeutsch so schön: save the date!




Rechter Inhaltsbereich

Players' Night

AUSVERKAUFT

weitere Infos


Bitte ein Bit