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31.10.2014

Aus vier mach zwei

Halbfinale mit je einem deutschen Mixed und Herrendoppel






So langsam wird es ernst. Die 27. Bitburger Badminton Open in der Saarbrücker Saarlandhalle gehen in Richtung Zielgerade. Heute standen beim mit 120.000 US-Dollar Preisgeld dotierten Grand-Prix Gold Turnier die Viertelfinalspiele auf dem Programm. Dabei waren die deutschen Farben durch ein Herrendoppel, ein Damendoppel sowie zwei Mixed-Paare vertreten. In die morgen um 14 Uhr beginnende Runde der letzten Vier zog das gemischte Doppel Michael Fuchs vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim und Birgit Michels vom 1. BC Beuel ein. Michael Fuchs ist weiterhin mit seinem Vereinskollegen Johannes Schöttler in der Herrendoppel-Konkurrenz vertreten.

Es war heute ein Auftakt nach Maß. Im ersten Spiel des Tages betrat das beste deutsche Mixed den Court. Die an Position zwei gesetzten Michael Fuchs und Birgit Michels mussten sich gegen Longfei Shi und Qianxin Zhong aus China behaupten – und taten dies mit Bravour. Die in der Welt an Position neun gelisteten Deutschen zogen mit einem 21:18 und 21:11 ins Halbfinale ein. „Ich bin sehr zufrieden. Im ersten Satz haben wir uns noch gegenseitig abgetastet, doch dann hatten wir recht schnell einen Plan, wie wir sie knacken können. Im zweiten Satz haben wir dann schnell Punkte gemacht und uns einen Sechs-Punkte Vorsprung erarbeitet. Und dann lässt sich gut spielen“, sagte Michael Fuchs.

Den Nationalmannschaftskollegen Johannes Schöttler und Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim blieb der Vorstoß in die nächste Runde verwehrt. Sie unterlagen Alfian Eko Prasetya und Annisa Saufika aus Indonesien deutlich mit 13:21 und 11:21. „Da fehlt uns einfach die Routine. Wir sind in den ersten drei Schlägen nicht stabil genug, um gegen so einen Gegner zu bestehen. Auch trainiere ich eigentlich gar kein Mixed. Von daher sind wir mit dem Erreichen des Viertelfinales auch recht zufrieden“, meinte Johannes Schöttler. Gegen den heutigen Gegner ihrer Kollegen müssen nun auch Fuchs und Michels im Halbfinale antreten. „Das wird ein schweres Spiel. Spieler aus Indonesien sind technisch sehr stark, da sind sie uns über. Sie mögen das schnelle Klein-Klein. Und unsere Aufgabe ist es morgen, sie davon abzuhalten und ihnen unser Spiel aufzudrücken“, meinte Michael Fuchs, für den es zusammen mit Birgit Michels darum geht, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Den Sprung in die Runde der letzten Vier hat auch ein deutsches Herrendoppel geschafft. Hier duellierten sich Michael Fuchs und Johannes Schöttler mit Berry Angriawan und Ricky Karanda Suwardi. Es war das Spiel der an Position drei gesetzten Deutschen gegen die auf Platz sieben stehenden Indonesier. Und es war ein verrücktes Match. Die Bischmisheimer-Vereinskollegen preschten im ersten Satz mit 21:13 nach vorne. Der zweite ging dafür klar mit 10:21 an die Indonesier und der dritte Durchgang wieder locker mit 11:21 an die DBV-Athleten. „Wir sind super ins Spiel gestartet. Es hat alles geklappt, was wir uns vorgenommen haben. Dann stellten die Indonesier um, sie haben viele weiche, langsame Bälle gespielt“, erzählt Schöttler und Michael Fuchs ergänzt, „die Indonesier haben halt immer einen Plan B in der Tasche.“ Johannes Schöttler führt weiter aus: „Damit konnten wir im zweiten Satz nicht umgehen. Aber im dritten Durchgang wussten wir, was uns erwartet. Und dann haben wir es einfach gut gemacht.“ Morgen wartet das dänische Gespann Andres Skaarup Rasmussen und Kim Astrup Sorensen, die heute ihre an Position zwei notierten Landsleute Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding aus dem Rennen kickten. „Ich hatte eigentlich mit den anderen Dänen gerechnet – aber ich bin nicht unglücklich, dass es anders kam“, erklärt Schöttler.

Im Damendoppel hatten die Deutschen auch noch ein heißes Eisen im Feuer: Johanna Goliszewski und Carla Nelte vom TV Refrath mussten sich gegen Dongni Ou und Yu Xiaohan beweisen. Doch die beiden sehr jungen Chinesinnen sind jetzt schon ein ordentliches Kaliber. Sie waren auch dafür verantwortlich, dass die Top-Gesetzten Niederländerinnen Muskens und Piek die Taschen packen durften. Und auch heute war gegen die Spielerinnen aus dem Reich der Mitte kein Kraut gewachsen. Mit 16:21 und 13:21 waren die auf Rang sieben geführten DBV-Akteure unterlegen. „Oooh Mann, ich bin mega-enttäuscht. Wir sind heute einfach nicht ins Spiel gekommen. Und mit deren Aufschlag kamen wir überhaupt nicht zurecht. Hätten wir so gespielt wie vor zwei Wochen bei den Denmark Open, wäre das heute nicht so gelaufen. Aber mit dieser Leistung kannst du einen Blumentopf gewinnen – höchstens, aber kein Spiel“, sagte Johanna Goliszewski verärgert.

Das Viertelfinale war für einige hochgehandelte Titelaspiranten und in der Setzleiste weit oben befindliche Badminton-Asse die Endstation. Im Dameneinzel ist etwa die an Nummer drei gelistete Beiwen Zhang aus den USA ausgeschieden. Im Damendoppel sind die auf Rang vier positionierten Niederländerinnen Barning und Tabeling nicht mehr dabei. Im Gegensatz dazu liegt Tien Chen Chou aus Taiwan weiter auf Kurs, zum dritten Mal in Folge hier in Saarbrücken ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Der  Weltranglisten-Achte ist genauso eine Runde weiter wie Carolina Marin aus Spanien. Die Ende August zur Weltmeisterin gekürte Spanierin benötigte heute drei Sätze für ihr Weiterkommen.

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