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28.10.2015

Schwarzer Tag für deutsche Doppel

Erste Runde beim Grand-Prix Gold Turnier ausgespielt






Um 10 Uhr betraten heute die ersten der insgesamt 273 Spitzenspieler aus 42 Ländern die Matten in der Saarbrücker Saarlandhalle. Bei den 28. Bitburger Badminton Open starteten die gesetzten Spieler in die Hauptrunde. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier wurde die erste Runde im Dameneinzel, Damen- und Herrendoppel ausgetragen. Im Herreneinzel war es schon der zweite Durchgang. Und die Reihen lichten sich – vor allem aber die deutschen Farben sind nur noch vereinzelt anzutreffen. Im Damendoppel sind sie nach dem heutigen Tag gänzlich verschwunden, im Herrendoppel ist noch ein Duo des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) mit von der Partie. Im Dameneinzel ist Olga Konon noch weiter dabei und im Herreneinzel ist mit Marc Zwiebler auch nur noch ein deutscher Vertreter im Rennen. Morgen geht es dann um 11 Uhr weiter. Dann greifen zum ersten Mal auch die gemischten Doppel in das Geschehen ein, die sogleich den Turniertag eröffnen und am Abend erneut antreten müssen. Hier hofft man im deutschen Lager, dass der heutige schwarze Tag keine Fortführung findet.

Im Dameneinzel hat Deutschland mit Olga Konon noch ein heißes Eisen im Feuer. Die 25-Jährige vom 1. BC Bischmisheim meisterte ihre heutige Aufgabe gegen die Russin Natalia Perminova mit Bravour und gewann mit 21:18 und 21:15. Im nächsten Durchgang kommt es für die Weltranglisten-58 aber knüppeldick. Auf sie wartet Ratchanok Intanon aus Thailand, die in der Welt auf der Sieben geführt wird und bei den Bitburger Open auf Rang zwei gesetzt ist. Zudem ist sie die Weltmeisterin von 2013 – den Titel sicherte sie sich im chinesischen Guangzhou. In der Höhle des Löwen sozusagen. „Ich habe noch nie gegen die Thailänderin gespielt. Aber ich bin sehr gespannt und freue mich auf die Partie. Der Druck liegt ganz bei ihr. Sie ist die Favoritin. Ich werde auf jeden Fall kämpfen und es ihr so schwer wie möglich machen“, sagte Olga Konon.    

Zum Auftakt im Herrendoppel gingen heute fünf DBV-Gespanne an den Start und alle mussten die Segel streichen. Hier war aber das Duo Mark Lamsfuß vom 1. BC Wipperfeld und Marvin Emil Seidel vom 1. BC Bischmisheim ganz nah an einer Sensation. Den an Position vier gesetzten Hirokatsu Hashimoto und Noriyasu Hirata verlangten sie alles ab. Und die Weltranglisten-16. aus Japan hatten am Ende nur knapp mit 21:13, 20:22 und 21:18 die Nase vorne. Aber Experten sind sich einig: Mit den beiden jungen Spielern wächst ein brillantes Herrendoppel heran – Seidel ist 19 Jahre alt, Lamsfuß zählt 21 Lenze. Die beiden Lokalmatadoren Johannes Schöttler und Michael Fuchs gelten dagegen eher als Altmeister. Doch sie sind weiterhin im Turnier vertreten. Die beiden Akteure vom 1. BC Bischmisheim hatten heute spielfrei und treffen morgen auf die Japaner Takeshi Kamura und Keigo Sonoda, die auf Rang sechs gelistet sind.

Keinen guten Tag erwischten auch die deutschen Damendoppel. Hier gingen ebenfalls fünf Paare an den Start – und von ihnen erreichte wie bei den Herren keines die nächste Runde. Besonders bitter, dass auch für die hoch gehandelten amtierenden Deutschen Meister Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim und Carla Nelte vom TV Refrath das Turnieraus
kam. Die Weltranglisten-23. unterlagen Heather Olver und Lauren Smith aus England mit 21:18, 9:21 und 14:21. Birgit Michels vom 1. BC Beuel und Isabel Herttrich vom 1. BC Bischmisheim mussten sich ebenfalls aus dem Wettbewerb verabschieden. Die Weltranglisten-28. unterlagen den Engländerinnen Sophie Brown und Kate Robertshaw mit 15:21 und 18:21.

Für Lars Schänzler vom TV Refrath reichte es heute im Herreneinzel nicht für ein Weiterkommen. Mit 16:21 und 17:21 zog er gegen Dionysius Hayom Rumbaka aus Indonesien den Kürzeren. Ebenso mussten die beiden Bischmisheimer Dieter Domke und Lukas Schmidt die Tasche packen. Domke unterlag dem auf Position 13 gesetzten Ng Ka Long Angus aus Hongkong mit 18:21 und 20:22, Schmidt hatte gegen Chong Wei Feng aus Malaysia mit 11:21 und 18:21 das Nachsehen. „Ich habe mir eigentlich etwas ausgerechnet. Es ist nicht unmöglich, ihn zu schlagen. Und im zweiten Satz hatte ich ihn auch im Griff – also den hätte ich mir wenigstens verdient gehabt. Es hat nicht sollen sein, aber ich kann trotzdem noch lachen“, erklärte Schmidt, der im Sommer des vergangenen Jahres seine Karriere in der Nationalmannschaft beendete und seither nur etwa drei Mal die Woche trainiert. Sein heutiger Gegner ist der nächste seines Vereinskollegen Marc Zwiebler. Der 31-Jährige setzte sich in Runde zwei mit 15:21, 21:18 und 21:19 gegen Toby Penty aus England durch.

Für die Zuschauer in der Halle war es eine Zitterpartie, die bis zum Schluss auf Messers Schneide stand. „Dass dies eine schwere Geburt wird, war doch klar. Ich kann nicht das höchste Tempo spielen und mir fehlt die Schlagsicherheit“, sagte der an Position drei gesetzte Weltranglisten-18., der wegen seiner Probleme an der Achillessehne eine vierwöchige Pause einlegen musste. Über seinen kommenden Gegner Chong Wei Feng erzählt der 31-Jährige: „Ich habe das letzte Mal bei den All England 2014 gegen ihn gespielt – und verloren. Aber er ist eine echte Wundertüte. Er hat schon die absolute Weltspitze geschlagen und gegen klar schwächere Gegner verloren. Nur eines ist klar: Chong Wei Feng ist morgen der Favorit, ich bin der Außenseiter“, resümiert der an Position drei gesetzte Zwiebler, der heute recht beschwerdefrei auf den Court ging. Doch eine Entwarnung ist dies keinesfalls. „So nach dem Spiel tut die Sehne schon weh. Aber das ist alles noch im erträglichen Rahmen“, berichtete er, als er aus der Halle humpelte.

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