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31.10.2013

Bitburger Open bald in aller Welt zu Hause

Chancen und Risiken: Weltverband strukturiert Gold-Turniere neu



Das Mixed Viertelfinale der Bitburger Open von Michael Fuchs und Birgit Michels zu Gast in den Wohnzimmern Pekings. Dieter Domke auf den Leinwänden von Mexico und Marc Zwiebler im Abendprogramm des ABC in den USA. Bisher war das reines Wunschdenken. Doch das wird sich bald ändern. Weltweites Streaming und TV-Ausstrahlung machen die Bitburger Open ab 2014 für neue Werbepartner attraktiv. Aber auch höhere Kosten und organisatorischer Aufwand stehen mit den Änderungen der BWF in Verbindung. Dem Aufwärtstrend dieses Traditionsturniers wird das jedoch keinen Abbruch tun — wohl eher ganz im Gegenteil.


Gute Nachrichten für die deutschen Badmintonfans gab es in diesem Sommer. Auch in den Jahren 2014 bis 2017 werden in Deutschland zwei Turniere der Kategorie Grand Prix Gold ausgetragen. Dem Deutschen Badminton Verband gelang es, sowohl den Status der YONEX German Open in Mülheim an der Ruhr als auch der Bitburger Badminton Open in Saarbrücken für die nächsten vier Jahre zu sichern.


So weit, so gut. Doch verschiedene Regeländerungen für die Durchführung von Turnieren der Kategorie Grand Prix Gold seitens der BWF bereiten den Ausrichtern Kopfzerbrechen. Ab 2014 müssen beispielsweise an den Halbfinal- und Finaltagen alle Spiele mit sechs Kameras gefilmt werden. Anschließend werden diese Aufnahmen in über 100 Länder auf der ganzen Welt gesendet. Die Krux: Die TV-Produktion muss hierbei vom Veranstalter selbst durchgeführt und finanziert werden. Die Vermarktungsrechte und somit die Einnahmen dieser aufwändigen Verarbeitung müssen künftig aber an die BWF abgetreten werden. Im Klartext bedeutet das: Hohe Kosten, keine Einnahmen.


Für die Veranstalter der Grand Prix Gold Turniere ist das ein hartes Pflaster. „Wir haben höhere Kosten zu tragen. Unsere einzige Möglichkeit ist es, mehr Geld durch unsere Werbepartner einzunehmen“, erklärt Frank Liedke, der Turnierdirektor der Bitburger Open. „Außerdem sind wir hier im Saarland auf die Unterstützung des Saarländischen Rundfunks angewiesen. Denn alleine können wir diese aufwendige TV-Produktion nicht bewerkstelligen“, fährt Liedke fort.


Weltweit gibt es derzeit zwölf Turniere der Kategorie Grand Prix Gold. Trotz den zukünftig schwierigeren Veranstaltungsbedingungen rechnet Liedke nicht mit einem Rückgang dieser Anzahl: „Immer mehr Nationen wollen Gold-Turniere ausrichten. Die Nachfrage steigt.“ Sollten manche Nationen kein Grand Prix Gold mehr finanzieren können, gebe es Nachrücker, die diese Lücke gerne auffüllen würden, erklärt Liedke. Viele Turniere wären stark vom Ball- und Namenssponsor YONEX abhängig. „Wenn YONEX in Zukunft weniger Turniere unterstützen würde, könnte es für die meisten Veranstalter kaum möglich sein, die Kosten alleine zu stemmen“, warnt der Turnierdirektor. Dies könnte dann auch die YONEX German Open ab dem Jahr 2017 betreffen. Denn darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit YONEX bisher nicht vertraglich gesichert. Liedke gibt jedoch Entwarnung: „Für die Bitburger Open gilt das nicht. Wir haben andere Werbepartner, die uns auch in den nächsten Jahren ihre Unterstützung zugesichert haben.“ In Sachen Sponsoren werden die Neuerungen aber wohl auch viel Gutes mit sich bringen. Durch die steigende weltweite Medienpräsenz und das Streaming in alle Kontinente wird das Turnier auch interessant für zahlreiche Geldgeber. Gerade in Asien ist der Badmintonsport sehr beliebt. Hohe Zuschauerzahlen machen die Bitburger Open zukünftig auch für große internationale Firmen als Werbepartner attraktiv.


Beachtlich ist die Entwicklung der Bitburger Open vom Spaßevent zum internationalen Grand Prix Gold Turnier in den vergangenen 26 Jahren allemal. Liedke gibt sich optimistisch: „Wir müssen abwarten wie sich das Turnier 2014 mit den vielen Neuerungen entwickelt. Langfristig wäre es natürlich schön, den nächsten Schritt zu gehen und zum Superseries-Turnier aufzusteigen.“ Bei Veranstaltungen dieser Art beträgt das Preisgeld insgesamt mindestens 200.000 US-Dollar. Für die momentan mit 120.000 US-Dollar dotierten Bitburger Open wäre das eine gewaltige Entwicklung. Die Veranstaltung würde dadurch wohl noch mehr Weltklasse-Spieler ins Saarland locken und somit in der Rangliste der Spitzenturniere in Europa ganz weit nach oben klettern.
Ob diese Pläne allerdings realisierbar sind, muss sich erst noch zeigen. Fest steht, dass den deutschen Fans auch zukünftig im Saarland Badminton der Extraklasse geboten werden kann. Um wie viel Geld es dabei zukünftig für die Spitzensportler geht, bleibt mit Spannung abzuwarten.


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