Inhaltsbereich
01.11.2015

Fünf Titel an fünf Nationen

Finale beim Grand-Prix Gold Turnier in Saarbrücken









Bei den 28. Bitburger Badminton Open war heute der Tag der Wahrheit. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle wurden die Final-Begegnungen ausgetragen. Gingen im vergangenen Jahr noch vier Titel nach China, war es auf dem Siegertreppchen heute bunt gemischt. Die Gewinner-Pokale in den fünf Badminton-Disziplinen verteilten sich auf fünf verschiedene Nationen. Beim Traditionsturnier im Saarland sicherte sich Hongkong das Herreneinzel und Japan war im Dameneinzel erfolgreich. Das Mixed ging an Polen, das Herrendoppel an Dänemark und China konnte im Damendoppel den obersten Podestrang erobern. Im gestrigen Halbfinale schied mit Marc Zwiebler vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim im Herreneinzel der letzte im Turnier verbliebene Deutsche aus.

Den Auftakt am heutigen Finaltag machten Yu Yang und Tang Yuanting aus China, die sich im Damendoppel gegen Poon Lok Yan und Tse Ying Suet aus Hongkong durchsetzen konnten. Wer das Turnier die ganze Woche über verfolgte, der war über den 21:10 und 21:18 Erfolg der Spielerinnen aus dem Reich der Mitte nicht überrascht. Yu Yang ist die Olympiasiegerin von Peking in dieser Disziplin und hat mit der 21-jährigen Tang Yuanting nun eine neue Partnerin an ihrer Seite. Aus diesem Grund war das Duo auch nicht gesetzt. Experten wussten aber schon vorher: Treten die beiden an, dann wird es extrem schwer, sie zu schlagen. Den beiden Spielerinnen aus Hongkong gelang dies heute nicht. Yu Yang und Tang Yuanting spielten präzise wie ein Uhrwerk und zogen ihren von Taktik geprägten Matchplan von A bis Z durch.

Der Sieger im Herreneinzel kommt in diesem Jahr aus Hongkong – das war schon vorher klar. Im Finale standen sich mit dem an Position zwölf gesetzten Wong Wing Ki Vincent und Ng Ka Long Angus zwei Landsmänner gegenüber. Das bessere Ende hatte Ng Ka Long Angus, der den Marc Zwiebler Bezwinger von gestern mit 21:12 und 21:13 auf den zweiten Platz verwies. „Vor dem Spiel war ich sehr nervös, weil ich im Finale auf meinen Landsmann treffe. Wir kennen uns sehr gut. Ich bin sehr glücklich, dass ich heute meine beste Leistung abrufen konnte. Das ist mein erster Sieg bei einem Grand-Prix Gold Turnier – und es fühlt sich wirklich großartig an. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder bei den Bitburger Open dabei zu sein und, dass ich meinen Titel verteidigen kann“, erklärte der an Position 13 gesetzte Ng Ka Long Angus, seinen Siegerscheck über 9.000 US-Dollar stolz in der Hand haltend. Er war es auch, der im Viertelfinale am Freitag Tien Chen Chou aus Taiwan aus dem Wettbewerb kegelte. Somit verhinderte Ng Ka Long Angus, dass der Weltranglisten-Sechste aus Taiwan seinen vierten Turniersieg in Folge bei den Bitburger Open landen konnte.

Sie hatte nicht wirklich jemand auf der Rechnung, doch Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba aus Polen spielten ein überragendes Turnier. Und diese Top-Leistung konnten sie auch heute abrufen. Dabei waren ihre Gegner keine Geringeren als Chris und Gabrielle Adcock. Das Ehepaar aus England war an Nummer eins gesetzt und wird in der Welt derzeit an Position sieben geführt. Doch das Gespann aus Polen mit dem 39-jährigen Mateusiak und der 31 Jahre alten Nadiezda Zieba haute im Schlussakkord der Bitburger Open den nächsten Hammer raus. Sie bezwangen die Adcocks mit 21:18 und 21:17. Schon 2006 konnten sich die beiden Osteuropäer in die Siegerliste der Bitburger Open eintragen, damals trug Nadiezda noch ihren Mädchennamen Kostiuczyk. „Dieses Turnier wieder zu gewinnen, das ist einfach unglaublich. Vor allem, weil wir eine sehr lange Verletzungspause hinter uns haben. So ist es wirklich toll, hier auf dem Siegertreppchen zu stehen. Dieser Erfolg ist für uns ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016“, sagte Mateusiak freudestrahlend, der 2006 zudem im Herrendoppel mit Michal Logosz die Bitburger Open gewinnen konnte.

Der Turnier-Höhepunkt im Dameneinzel war ein Duell zweier Badminton-Küken. Auf der einen Seite die 19-jährige Busanan Ongbamrungphan aus Thailand, auf der anderen die noch ein Jahr jüngere Akane Yamaguchi. Hier konnte sich die Weltranglisten-Zehnte aus Japan beim einzigen Dreisatz-Match des Tages in 58 Minuten mit 16:21, 21:14 und 21:13 durchsetzen. Für die Spielerin aus dem Land der aufgehenden Sonne war es der erste Grand-Prix-Triumph und auf ihrem Erfolgsweg warf sie im Halbfinale auch einen berühmten Namen aus dem Rennen. Sie war verantwortlich, dass die Weltranglisten-Fünfte Ratchanok Intanon ihre Koffer packen musste. Die Thailänderin war vor zwei Jahren mit ihren damals 18 Lenzen die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat.

Die Titelträger im Herrendoppel sind dieselben wie die vor zwei Jahren. In dieser Disziplin gab es einen Favoritensieg der an Position eins gesetzten Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding. Die Dänen sind die Nummer acht in der Welt und trafen im Finale auf die Russen Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov, die auf Rang zwei gesetzt waren. Mit zweimal 21:18 setzten sich die beiden „Mads“ am Ende die Krone auf. Es war zugleich auch die Revanche für die Europameisterschaft 2014, bei denen die Weltranglisten-13. aus Russland die Nase vorne hatten und sich den Titel sicherten. „Der Sieg hier war sehr wichtig für uns, weil wir die Punkte benötigen, um uns für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Es ist wirklich schön, das Turnier zu gewinnen. Genau für solche Tage trainieren wir jeden Tag“, sagte Mads Conrad-Petersen und er ergänzte: „Wir lieben es, nach Saarbrücken zu kommen. Unsere Platzierungen sind hier immer sehr gut, so erreichten wir in den vergangenen Jahren jeweils mindestens das Viertelfinale. Außerdem haben wir hier jedes Mal viel Spaß – auch auf der Players-Party. Die Bitburger Open sind etwas Besonderes und das genießen wir.“

Kategorie: Slider Bitburger Open Startseite

Rechter Inhaltsbereich
Bitte ein Bit