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31.10.2015

Marc Zwiebler verpasst Finaleinzug

Die Teilnehmer für den Schlussakt des Grand-Prix Gold Turniers stehen fest







Die Würfel sind gefallen. Bei den Bitburger Badminton Open steht nun fest, wer die morgen ab 14 Uhr beginnenden Endspiele bestreitet. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle wurde heute das Halbfinale ausgetragen. Dabei hatte der Deutsche Badminton Verband (DBV) im Herreneinzel noch ein heißes Eisen im Feuer. Allerdings konnte Marc Zwiebler vom 1. BC Bischmisheim seine Chance auf den Finaleinzug nicht nutzen. Der Weltranglisten-20. musste sich Wong Wing Ki Vincent aus Hongkong mit 21:18, 12:21 und 11:21 geschlagen geben.

Auch wenn Marc Zwiebler auf dem Court eine Niederlage hinnehmen musste, in Punkto Willensstärke war das heute ein Sieg. Hätte dem 31-Jährigen vor Turnierbeginn am Dienstag jemand gesagt, dass er bis in die Runde der letzten Vier vordringen würde ¬– der Europameister von 2012 hätte sicherlich direkt unterschrieben. Über vier Woche musste der an Position drei gesetzte Deutsche aufgrund einer Achillessehnenreizung pausieren. Anstatt auf dem Trainingsplatz verbrachte er seine Zeit bei Ärzten und Physiotherapeuten. Und das mitten in der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Brasilien im nächsten Jahr. „Marc hat Grandioses geleistet. Er ist ohne jedwede Erwartung in das Turnier gestartet. Ob er hier überhaupt antritt, stand lange auf der Kippe. Und am Ende kommt er bis in das Halbfinale ¬– das gebührt größten Respekt. Er hat eine Weltklasseleistung abgerufen“, sagte Holger Hasse, der Chef-Bundestrainer des DBV. Dass nun doch Endstation war, ärgert den achtmaligen deutschen Meister trotzdem: „Ach, es ist echt schade, denn ich wollte den Zuschauern für ihre tolle Unterstützung etwas zurückgeben und ins Finale einziehen. Man will, aber es geht nicht so, wie man will. Das ist schon echt blöd“, erklärte der Lokalmatador.

Gegen den an Position zwölf gesetzten Wong Wing Ki Vincent begann es eigentlich perfekt: „Am Anfang hat es noch gut geklappt. Im zweiten Satz hat er einfach weniger Fehler gemacht und ich zu einfache. Aber mit der Zeit habe ich schon gemerkt, dass ich diese Woche ein bisschen Sport getrieben habe. Am Ende haben mir schlicht und ergreifend die Körner gefehlt“, beschreibt der 31-Jährige seine Partie gegen den  Weltranglisten-28. Und Zwiebler meinte abschließend: „Zählt man meinen Fuß dazu, hatte ich eigentlich mit zwei Gegnern zu kämpfen. Die Verletzung machte sich heute richtig bemerkbar. Die Sehne tat wieder weh und ist auch angeschwollen. Jetzt gilt es, die kurze Pause zur Regeneration zu nutzen.“ Neben Zwieblers Kontrahent Wong Wing Ki Vincent konnte sich auch dessen Landsmann Ng Ka Long Angus die Fahrkarte in den letzten Turniertag sichern. Der an Position 13 gesetzte Spieler aus Honkong beförderte den an Nummer fünf geführten Engländer Rajiv Ouseph mit 21:16, 18:21 und 21:18 aus dem Wettbewerb.

Eine Überraschung gelang Akane Yamaguchi. Die Weltranglisten-Zehnte aus Japan gewann mit 21:8 und 21:17 gegen Ratchanok Intanon, die im globalen Ranking fünf Plätze vor ihr liegt. Die Thailänderin war vor zwei Jahren mit ihren damals 18 Lenzen die jüngste Weltmeisterin, die je einen Titel im Dameneinzel gewonnen hat. „Meine Gegnerin war sehr schnell auf den Beinen. Ich hatte das Gefühl, dass sie Herreneinzel spielen will. Ich habe es nicht geschafft, die Begegnung zu kontrollieren und musste mich ihrem Spielstil anpassen“, erklärte die in der Setzliste auf Rang zwei geführte Ratchanok Intanon. Die Japanerin Yamaguchi trifft nun im Finale auf Busanan Ongbamrungphan. Die an Position sieben geführte Thailänderin behielt gegen Kirsty Gilmour aus Schottland mit 21:15 und 21:17 die Oberhand.

Etwas Sonderbares trug sich im Mixed zu – das Halbfinale fand ganz ohne asiatische Beteiligung statt. Das ist schon eine Seltenheit. In einem osteuropäischen Aufeinandertreffen setzten sich Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba aus Polen mit 21:18 und 21:16 gegen Vitalij Durkin und Nina Vislova aus Russland durch. Für Robert Mateusiak ist es so etwas wie der zweite Frühling und ein besonders schönes Resultat – hat der Pole doch schon 39 Lebensjahre vorzuweisen. Dass Gabrielle und Chris Adcock im Schlussakkord der Bitburger Open mitmischen, ist hingegen keine Überraschung. Das Ehepaar aus England war an Nummer eins gesetzt und wird in der Welt derzeit an Position sieben geführt. Sie waren heute für die Heimreise von Jacco Arends und Selena Piek aus Niederlande verantwortlich, die sie mit 21:14 und 21:13 sehr souverän besiegten.

Im Herrendoppel wurden die Favoriten ihrer Rolle gerecht. Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding machten ihre Finalteilnahme mit einem 21:16, 16:21 und 21:17 gegen die Japaner Takeshi Kamura und Keigo Sonoda fix. Die Dänen sind die Nummer acht in der Welt und beim Turnier im Saarland ganz oben auf der Setzliste zu finden. Gegner morgen sind Vladimir Ivanov und Ivan Sozonov. Die Russen qualifizierten sich für die Abschlussrunde durch ein 21:18 und 21:11 gegen die an Position sechs gesetzten Japaner Hirokatsu Hashimoto und Noriyasu Hirata.

Gegen Yu Yang und Tang Yuanting  scheint derzeit kein Kraut gewachsen. Auch heute setzte sich das chinesische Damendoppel souverän mit 21:18 und 21:8 gegen Jongkolphan Kititharakul und Rawinda Prajongjai aus Thailand durch. Das Gespann aus dem Reich der Mitte hat keinen Setzplatz inne, weil die Olympiasiegerin von Peking Yu Yang mit der 21-jährigen Tang Yuanting eine junge Spielerin an die Seite gestellt bekam und beide nunmehr ein neues Duo bilden. Ob der Siegeszug der Chinesinnen zu verhindern ist? Versuchen werden dies morgen auf alle Fälle Poon Lok Yan und Tse Ying Suet aus Hongkong, die sich mit 21:15 und 21:16 gegen Vivian Kah Mun Hoo und Khe Wei Woon aus Malaysia durchsetzen konnten.

Nachdem nun für alle Deutschen das Turnier beendet war, zog Holger Hasse sein Fazit: „Wir stecken mitten in der Olympia-Qualifikation. Da haben wir schon einige Chancen liegen lassen – so auch hier. Aber wir müssen cool bleiben. Bei so vielen Turnieren kann man nicht immer eine Top-Leistung bringen. Es ist noch ein langer Weg mit vielen weiteren Möglichkeiten, Punkte zu sammeln. Und das werden wir auch tun. Mit der jungen, zweiten Garde bin ich sehr zufrieden. Sie zeigte ihr Talent und, dass sie teilweise schon gut mithalten kann.“


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