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30.09.2015

Auf der Jagd nach den Olympia-Tickets

Kurs auf Rio – mit Zwischenstopp in Saarbrücken






Die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro sind noch ein bisschen hin. Für viele Badmintonspieler geht es aber jetzt schon ans Eingemachte. Das Rennen um die begehrten Tickets für das Großereignis im kommenden August ist längst entfacht. Bis zum Stichtag 5. Mai 2016 müssen die Spitzenspieler bei Turnieren rund um den Globus genügend Ranglistenpunkte eingesammelt haben. Dann entscheidet sich, wer sich die Spiele vor dem Fernsehen anschauen muss oder wer doch live dabei sein darf. Mitten in diese Qualifikations-Mühle fallen die 28. Bitburger Badminton Open. Dieses Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle ist mit insgesamt 120.000 US-Dollar Preisgeld dotiert – doch die Sieger streichen auch 7.000 Weltranglistenzähler ein. Und das ist derzeit das Entscheidende. Jetzt ist der Anmeldeschluss für das Turnier beendet und was sich hier auf dem Meldebogen tummelt, bestätigt Frank Liedkes Aussage im Vorfeld. Der Turnierdirektor meinte: „Aufgrund der Quali wird das Teilnehmerfeld bestimmt sehr gut besetzt sein.“

Recht sollte er behalten … eine Kostprobe: Im Dameneinzel haben fünf von den derzeit zehn besten Spielerinnen der Welt ihr Kommen angekündigt. Mit dabei ist etwa Carolina Marin. Die Spanierin sicherte sich im vergangenen wie auch in diesem Jahr den Weltmeistertitel. Mit der Weltranglisten-Sechsten Ratchanok Intanon aus Thailand ist ihre Vorgängerin von 2013 ebenfalls vertreten. Auch geht Saina Nehwal an das Netz – ihres Zeichens Führende im internationalen Ranking, Vize-Weltmeisterin von 2015 und Bronze-Medaillengewinnerin von Olympia 2012. Und nebenbei ist sie alleine mit den 3,5 Millionen Dollar Sponsorengelder im Jahr Indiens bestverdienenste Sportlerin. Mehr Hochkaräter geht kaum … Da wird sich die beste deutsche Vertreterin Karin Schnaase vom SC Union Lüdinghausen gehörig strecken müssen. Aber vielleicht ist unter dem heimischen Hallendach für die Weltranglisten-29. sogar eine Überraschung drin.

In Zusammenhang mit dem Saarbrücker Turnier recht interessant: Tien Chen Chou hat wieder gemeldet. Dabei hat der in der Welt an Position sieben geführte Taiwanese eine klare Mission. Er will sich zum vierten Mal in Folge den Sieg im Herreneinzel unter den Nagel reißen. Verhindern will dies sicher Tommy Sugiarto. Der Indonesier steht derzeit in der Weltrangliste auf Platz zwölf und damit zwei Positionen vor Deutschlands bestem Einzelspieler Marc Zwiebler. Der Akteur vom 1. BC Bischmisheim konnte zwar Ende September die Prague Open gewinnen, bezahlte diesen Sieg jedoch teuer. „Mein Schleimbeutel im Fuß hat sich wieder entzündet. Ich hoffe, dass ich nicht lange aussetzen muss. Das wäre in der jetzigen Situation natürlich fatal. Aber man muss auch an seine Gesundheit denken. Die geht vor. Rio wären meine dritten olympischen Spiele und ich wäre super gerne dabei. Zum Punktesammeln ist so ein Heimturnier natürlich ideal – und sofern der Fuß mitspielt, will ich natürlich gewinnen. Denn es soll nicht so werden, wie im Jahr zuvor“, erzählt der Europameister von 2012, der hier auf sein Erstrunden-Aus 2014 anspielt. Zum Favoritenkreis im Herreneinzel ist sicherlich auch Hans-Kristian Vittinghus zu zählen. Der in der Welt auf Rang 16 stehende Däne gewann vor vier Jahren den Titel in Saarbrücken.

Neben Marc Zwiebler stehen auch die Chancen für das Mixed mit dessen Vereinskollegen Michael Fuchs und Birgit Michels vom 1. BC Beuel nicht schlecht, dass sie nach London jetzt auch die Tickets für Rio lösen. Aber auch für sie gilt: Saarbrücken soll als Punkte-Lieferant genutzt werden. Mit dem Ehepaar Gabrielle und Chris Adcock stehen da aber ganz harte Brocken im Weg. Das gemischte Doppel aus England wird in der Welt derzeit an Position sechs geführt. Bei der Titelvergabe werden sicher auch noch zwei Gespanne aus Indonesien ein Wörtchen mitreden wollen. Praveen Jordan und Debby Susanto halten sich momentan in der Welt auf Rang neun auf; Edi Subaktiar und Gloria Emanuelle Widjaja sind auf der Zwölf zu finden. „Das ist wieder ein stark besetztes Feld – vor allem eines, das sehr kompakt ist. Das macht es besonders für die Zuschauer interessant. Auch wenn uns sicher ein schweres Turnier bevorsteht: Ich hoffe doch, dass es auch ein langes wird und wir am Wochenende noch mit von der Partie sind. Der Kampf beginnt schon in der ersten Runde und dann wollen wir schauen, dass wir es möglichst weit packen“, sagt Michael Fuchs, der zusammen mit Birgit Michels auf dem 14. Weltranglistenplatz rangiert.

Im Damendoppel haben vom Papier her Selena Piek und Eefje Muskens die besten Karten. Die Niederländerinnen sind die Nummer neun in der Welt. Drei Plätze dahinter folgen Jwala Gutta und Ashwini Ponnappa aus Indien, die ebenfalls für die Bitburger Badminton Open gemeldet haben. Aussichtsreiche Kandidaten aus deutscher Sicht sind die amtierenden deutschen Meister Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim und Carla Nelte vom TV Refrath als Weltranglisten-Zwanzigste. Auch Birgit Michels und Isabel Herttrich vom 1. BC Bischmisheim sind im Aufwind. Die beiden befinden sich in der globalen Wertung auf Platz 28, werden aber nach ihrem Sieg bei den Prague Open sicher noch nach oben rutschen.

Ein heißer Tanz könnte es im Herrendoppel werden. Hier begegnen sich viele Zweier- Ensembles auf Augenhöhe. Zu nennen wären da die Dänen Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding als Nummer zehn in der Welt. Auch die Russen Vladimir Ivanov und  Ivan Sozonov auf Position 13 liegend, sowie Wee Kiong Tan und V Shem Goh aus Malaysia als Nummer 14 haben den Turniersieg anvisiert. Doch im Teilnehmerfeld geht es äußerst eng zu. Denn weiter sind auch die Doppel vertreten, die momentan in der Weltrangliste auf den Positionen 15,16,18,19 und 20 liegen. „Im Herrendoppel wird es schwer, aber ich glaube an unsere Chance, noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. Wir haben noch nicht viele Wertungen gehabt – und es ist noch ein bisschen hin“, weiß Michael Fuchs, der mit seinem Vereinskollegen Johannes Schöttler an den Start gehen wird. In der Welt zwei Plätze hinter den beiden auf Rang 31 sind die aktuellen deutschen Meister Josche Zurwonne vom SC Union Lüdinghausen und Max Schwenger vom TV Refrath positioniert. Doch beide deutsche Doppel haben ein Handicap. Mit Schöttler auf der einen Seite und Schwenger auf der anderen gibt es zwei Spieler, die sich in diesem Jahr einer Operation unterziehen mussten und daher einige Monate pausierten.   

Die Bitburger Open finden in einer Zeitspanne statt, die aufregender kaum sein könnte. Aber das Turnier wird für die Deutschen eine besonders harte Nuss, will doch jeder aus dem internationalen Badminton-Zirkus den Traum von Rio wahr werden lassen. „Wir rechnen mit vier bis sieben Athleten, die sich qualifizieren können“, meint Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton Verbandes. Wer beim Warmlaufen für Olympia dabei sein möchte, sollte sich schon jetzt Karten sichern. Mit den Familien- und den Feierabendtickets können die Veranstalter mit attraktiven Kartenkontingenten aufwarten – auch Gruppen bekommen Preisnachlässe. Auf die Besucher  wartet ein durchdachtes Turnierkonzept, das sich bewährt hat. Dazu gehört, dass am Eröffnungstag neben der Qualifikation auch die erste Hauptrunde im Herreneinzel ausgespielt wird. So geht es von Beginn an zur Sache.




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