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03.11.2016

Heimreise oder Achtelfinale?

Zweiter Turniertag: Doppeldisziplinen greifen ins Geschehen ein






Nach der Qualifikation und der ersten Runde im Herreneinzel ging es heute bei den 29. Bitburger Badminton Open so richtig los. Alle gesetzten Athleten im Damen- und Herrendoppel sowie im Dameneinzel starteten ab 10 Uhr in die erste Hauptrunde des Grand-Prix Gold Turniers. Am Abend wurde im Herreneinzel sogar schon der zweite Durchgang gespielt. Für die Spieler ging es in der Saarbrücker Saarlandhalle darum, wer in das Achtelfinale zieht oder die Heimreise antreten muss. Erfreulich: Für die Fans der deutschen Badminton-Asse gibt es am Donnerstag noch viel zu sehen, denn insgesamt 25 Athleten des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) haben sich für die nächste Runde qualifiziert. Noch nicht in Erscheinung getreten sind die Mixed-Paarungen. Sie gehen morgen ab 11 Uhr zum ersten Mal an den Start. Am Abend dürfen die Sieger der Auftaktrunde gleich noch einmal auf die grünen Matten – dann steht auch hier die Runde der letzten Sechzehn an.

Der zweite Turniertag wurde heute mit dem ersten Durchgang im Dameneinzel eröffnet. Hier gab es aus deutscher Sicht keine erfreulichen Nachrichten. Für die DBV-Athletinnen war auch dank ungünstiger Auslosung nicht viel zu holen. Fabienne Deprez vom französischen Erstligisten CBAB Aulnay traf direkt auf die an Nummer eins gesetzte Chinesin He Bingjiao und schied trotz guter Leistung aus. Gegen die Weltranglistenelfte gab es für die Deutsche Meisterin von 2013 nicht viel zu ernten – sie unterlag mit 17:21 und 14:21. Ähnlich eindeutig verlief auch die Partie von Luise Heim. Die Spielerin vom 1. BC Bonn-Beuel konnte gegen Mette Poulsen aus Dänemark besonders im zweiten Satz über weite Strecken mithalten. Dennoch setzte sich die Dänin gegen Ende ab und zog mit 21:12 sowie 21:18 in die nächste Runde ein.

Somit sind die deutschen Farben im Dameneinzel ab sofort nicht mehr vertreten. Denn die amtierende Deutsche Meisterin Olga Konon vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim musste ihren Start beim Heimturnier krankheitsbedingt absagen. Genauso wie auch Mark Lamsfuß vom 1. BC Wipperfeld, der sich im Herrendoppel mit Marvin Seidel vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim für die Bitburger Open viel vorgenommen hatte. Neben den deutschen Vize-Meistern standen noch sechs weitere DBV-Paarungen und ein deutsch-mexikanisches Duo auf dem Feld. Davon schafften vier den Sprung in das Achtelfinale. Raphael Beck vom 1. BC Beuel und Peter Käsbauer vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim setzten sich gegen Vilson Vattanirappel und Luka Wraber aus Österreich mit 21:11 und 21:12 durch und treffen am Donnerstag auf die Dänen Mathias Christiansen und David Daugaard. Auch Josche Zurwonne vom SC Union 08 Lüdinghausen und Jones Ralfy Jansen vom 1. BC Wipperfeld sind noch im Turnier. Gegen die Schweden Richard Eidestedt und Nico Ruponen gelang ihnen ein 21:11 und 22:20-Erfolg. Morgen geht es gegen die an Weltranglistenposition 49 gelisteten Danny Bawa Chrisnanta und Hendra Wijaya aus Singapur. Bjarne Geiss von Blau-Weiss Wittorf und Fabian Holzer vom TV Refrath taten es ihren Trainingspartnern aus der Nationalmannschaft gleich und zogen ohne Probleme in die zweite Runde ein. Nach ihrem Auftaktsieg gegen die Schweizer Mathias Bonny und Gilles Tripet geht es in Durchgang zwei gegen Yew Sin Ong und Ee Yi Teo aus Malaysia. Spannend bis zum letzten Ballwechsel war die erste Partie von Michael Fuchs und Johannes Schöttler. Bei ihrem gemeinsamen Abschiedsturnier spielten die Routiniers des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim gegen Kona Tarun und Akshay Dewalkar befreit auf und siegten knapp mit 21:13, 20:22 und 23:21. „Als wir zwei Matchbälle gegen uns hatten, habe ich schon gedacht: Ob das jetzt mein letzter Ballwechsel wird? Ich freue mich aber sehr, dass wir morgen noch einmal auf das Feld dürfen“, verriet ein glücklicher Johannes Schöttler nach dem Zittersieg. Im Achtelfinale geht es nun gegen die Engländer Matthew Nottingham und Harley Towler. Zwei andere Briten sorgten bei ihrem Auftaktmatch ungewollt für eine Überraschung. Chris Langridge und Marcus Ellis unterlagen gegen die junge chinesische Paarung Huang Kaixiang und Wang Yilyu. „Wir waren leider nicht in bester Form und hatten einige Probleme im zweiten Satz. Die Chinesen waren starke Gegner, die wir heute nicht bezwingen konnten“, erklärte Marcus Ellis die 21:17, 11:21 und 17:21-Niederlage der Bronzemedaillengewinner von Rio de Janeiro.

Im Damendoppel gingen Birgit Michels vom 1. BC Bonn-Beuel und die Einzelspezialistin Karin Schnaase vom SC Union 08 Lüdinghausen zum ersten Mal in ihrer Karriere gemeinsam bei einem internationalen Turnier an den Start. Doch hier soll keine neue Formation für die Zukunft getestet werden. Die beiden Freundinnen lassen nach den Olympischen Spielen in Rio ihre Karrieren ausklingen und genossen ihre Partie gegen die Niederländerinnen Cheryl Seinen und Iris Tabeling in vollen Zügen. „Ich war noch nie so aufgeregt, wie vor diesem Spiel. Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht, hier mit Birgit auf dem Feld zu stehen“, verriet Karin Schnaase. Mit 21:16 und 21:14 zogen die Freundinnen sicher in die zweite Runde ein. Hier warten die an Position vier gesetzten Indonesierinnen Tiara Rosalia Nuraidah und Rizki Amelia Pradipta. Eine weitere Indonesierin in Runde zwei ist Priskila Siahaya vom Bundesligisten TSV Trittau. Zusammen mit ihrer deutschen Teamkollegin Kilasu Ostermeyer setzte sie sich gegen das deutsche Gespann Annika Horbach vom SV Fun-Ball Dortelweil und Theresa Wurm von der SG 1862 Anspach durch. Im Achtelfinale geht es für Ostermeyer und Siahaya gegen die Schweden Clara Nistad und Emma Wengberg. Ein schweres Achtelfinal-Los erwischten Eva Janssens und Franziska Volkmann. Die Spielerinnen vom 1. BC Bonn-Beuel und SV Fun-Ball Dortelweil warfen zum Auftakt die Luxemburgerinnen Tessy Aulner und Stefka Hargiono aus dem Turnier. Am Donnerstag warten nun die an Position drei gelisteten Däninnen Maiken Fruergaard und Sara Thygesen. Außerdem kommt es in der Runde der letzten Sechzehn auch zu einem innerdeutschen Duell. Denn sowohl Barbara Bellenberg vom TV Emsdetten und ihre Mannschaftskollegin Linda Efler als auch Isabel Herttrich vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim und Carla Nelte vom TV Refrath konnten sich in ihrer Auftaktpartie durchsetzen. Bellenberg und Efller besiegten Mathilda Lindholm und Jenny Nystrom aus Finnland. Herrtrich und Nelte erfüllten laut ihres Trainers die Pflichtaufgabe gegen Nadia Fankhauser aus der Schweiz und Sannatasah Saniru aus Malaysia souverän. Seit dem angekündigten Karriereende von Birgit Michels gehen Herttrich und Nelte wie schon von 2012 bis 2014 wieder zusammen auf die Jagd nach Weltranglistenpunkten. „Das ist jetzt unser viertes gemeinsames Turnier und die Formkurve geht weiter steil bergauf. Heute haben wir ein gutes Spiel gemacht und freuen uns auf morgen“, berichtete Herttrich. Beim Auftakt im Damendoppel verpassten lediglich drei deutsche Paare den Sprung in das Achtelfinale. 

Im Herreneinzel ist man schon einen Schritt weiter. Da hier 64 Akteure an den Start gingen, wurde die Auftaktrunde schon am Dienstagabend ausgetragen. Hier qualifizierten sich sechs DBV-Athleten für die zweite Runde. Und auch diese Hürde wurde von vier Deutschen gemeistert. Zuerst sicherte sich Lars Schänzler vom TV Refrath sein Ticket für das Achtelfinale. Er bezwang den Niederländer Nick Fransman mit 21:14 und 23:21 und trifft nun auf den jungen Dänen Anders Antonsen, der heute Dieter Domke vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim bei seinem letzten Turnier in den internationalen Badminton-Ruhestand schickte. Vom Aufhören will der 20-jährige Fabian Roth natürlich noch nichts wissen. Mit 21:15, 17:21 und 21:17 kegelte der Refrather den Engländer Toby Penty aus dem Turnier und will morgen gegen den Malaysier Giap Chin Goh den Sprung in das Viertelfinale schaffen. Auch Kai Schäfer wird heute Nacht von der Runde der letzten Acht träumen. Der 23-Jährige vom 1. BC Düren sorgte gestern mit einem Auftaktsieg gegen den an Position 13 gelisteten Emil Holst aus Dänemark für eine Überraschung. Heute setzte Schäfer seinen Siegeszug unbeeindruckt fort und ließ dem Polen Maciej Poulakowski mit 21:11 und 21:10 keine Chance. Im Achtelfinale kommt es nun richtig dick. Er trifft auf Shi Yuqi aus China, die Nummer 19 der Weltrangliste und Turniersieger bei den French Open vor einer Woche. Auch für Marc Zwiebler vom 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim wird es nun ernst. Nach zwei deutschen Duellen zum Auftakt wartet der an Position zehn gesetzte Chinese Huang Yuxian. Für die deutsche Nummer 13 der Weltrangliste wird es der erste richtige Härtetest auf dem Weg zu seinem lang ersehnten ersten Titelgewinn beim Heimturnier in der Saarlandhalle.


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