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04.11.2012

Zwei Siege gehen nach Deutschland

Juliane Schenk sowie Herrendoppel Kindervater und Schöttler gewinnen Bitburger Open






Schon vor den heutigen Finalspielen war den diesjährigen 25. Bitburger Badminton Open ein Eintrag in die Geschichtsbücher des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) gewiss. Die 1.500 Zuschauer  sahen gleich vier Begegnungen mit deutscher Beteiligung. Etwas Vergleichbares gab es bei keinem Grand-Prix Gold Turnier zuvor. Beim mit 120.000 US-Dollar dotierten Jubiläumsturnier sicherten sich Juliane Schenk im Dameneinzel sowie Ingo Kindervater und Johannes Schöttler im Herrendoppel den Titel. Europameister Marc Zwiebler sowie das Damendoppel Birgit Michels und Johanna Goliszewski belegten den zweiten Platz.

Dass Juliane Schenk zu den besten Badminton-Spielerinnen der Welt gehört, steht außer Frage. Doch derzeit schwimmt die gebürtige Krefelderin auf einer echten Erfolgswelle. Nachdem die Weltranglistensechste schon vor zwei Wochen beim mit 400.000 US-Dollar dotierten SuperSeries-Turnier Denmark Open bis ins Finale kam und acht Tage später bei den French Open im Halbfinale stand, setzte sie sich heute die Krone auf. Die Vize-Europameisterin gewann zum zweiten Mal nach 2009 die Bitburger Badminton Open im Dameneinzel. Dabei lieferte die 29-Jährige von der SG EBT Berlin gegen Yao Jie die Partie des Tages ab. Der erste Satz ging mit 21:10 an die topgesetzte Deutsche, der zweite mit 21:15 an die Vorjahresfinalistin aus den Niederlanden. Der dritte Satz war dann an Spannung kaum zu überbieten: 19:19, 21:21, 23:23 – so die Zwischenstände. Am Ende machte Juliane Schenk die beiden Punkte zum 25:23. Dann legt sie sich auf den Boden, verdeckte mit beiden Händen ihr Gesicht und man konnte die abfallende Anspannung bei ihr förmlich spüren.    „Die vergangenen drei Wochen haben mir sehr viel abverlangt. Doch ich bin dankbar, dass mich mein Körper bis hierhin getragen hat. Es ist immer wieder schön, vor heimischem Publikum zu spielen und diesen Rückhalt zu spüren. Der Nervenkitzel macht es dann am Ende aus. Großer Respekt auch vor meiner Gegnerin, das war eine Begegnung auf Augenhöhe – und deshalb kam dieses hochklassige Match zustande“, sagte die WM-Bronzemedaillengewinnerin.

Ein echtes Ausrufezeichen setzte heute auch das Herrendoppel Ingo Kindervater vom 1. BC Bonn-Beuel und Johannes Schöttler vom 1. BC Bischmisheim. Die Weltranglisten-20. fertigten die Engländer Chris Langridge und Peter Mills überraschend deutlich mit 21:15 und 21:11 ab. Im Vorfeld rechneten Kenner hier eigentlich mit einer engen Dreisatz-Partie. Doch die Olympia-Teilnehmer von London spielten abgeklärt und souverän – sie ließen den Spielern von der Insel kaum Luft zum Atmen. „Das ist der absolute Wahnsinn, ich freue mich riesig – mir fehlen die Worte. Zweimal stand ich hier schon im Finale, jetzt hat es endlich geklappt. Heute hat einfach alles gepasst. Wir waren von Anfang bis Ende hochkonzentriert und haben die Engländer immer in Schach halten können“, sagte Johannes Schöttler nach dem Spiel

Ausgerechnet am Finaltag konnte Deutschlands bester Einzelspieler Marc Zwiebler nicht seine beste Leistung abrufen. Der 28-Jährige vom 1. BC Bonn-Beuel musste sich im Schlussakt der Bitburger Open Tien Chen Chou aus Taiwan mit 19:21, 12:21 geschlagen geben. Der in der Weltrangliste derzeit auf Position 20 geführte Zwiebler fand nie richtig in sein Spiel. „Mein Gegner war sehr stark, aber so habe ich ihn auch eingeschätzt. Den zweiten Satz hat er perfekt gespielt, daran bin ich echt ein bisschen verzweifelt. Wenn man in einem Finale steht, will man es auch gewinnen, von daher bin ich schon etwas enttäuscht. Aber im Rückblick kann ich mit meiner Gesamtleistung sicherlich zufrieden sein“, erklärt der Europameister, der in Saarbrücken auf dem zweiten Platz gesetzt war. Lächelnd erklärte der Sieger Tien Chen Chou in einem etwas holprigen Englisch: „Ich bin sehr froh, dass ich hier gewinnen konnte. Marc wirkte im zweiten Satz etwas müde, das war meine Chance – und ich habe sie genutzt. Ich trinke zwar kein Bier, aber die Bitburger Open mag ich.“

Sie hatte nicht wirklich jemand auf der Rechnung – wurde das DBV-Damendoppel Birgit Michels vom 1. BC Bonn-Beuel und Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim doch gerade erst zusammengestellt. Auch wenn es heute gegen Rong Wang und Zhibo Zhang aus Macao beim 15:21, 13:21 nicht ganz reichte. Mit dem heutigen Finaleinzug zeigten die beiden aber, dass sich hier zwei Spielerinnen gefunden haben, die hervorragend miteinander harmonieren. „Im Moment überwiegt natürlich die Enttäuschung, alles in allem können wir mit einem Lächeln nach Hause fahren. Wir konnten zeigen, dass das mit uns beiden sehr gut funktioniert. Wir verstehen uns super, wir vertrauen einander und haben auf dem Feld viel Spaß miteinander“, erklärte Johanna Goliszewski. Und Birgit Michels meinte: „Unsere Gegnerinnen legten ein relativ hohes Tempo an den Tag, das wir nur bedingt mitgehen konnten. Aber der Finaleinzug war für uns schon sensationell – wir spielen gerade mal das vierte Turnier zusammen.“    

Ihrer Favoritenrolle konnten Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba nicht gerecht werden. Im Mixed-Wettbewerb unterlagen die topgesetzten Polen mit 11:21, 16:21 gegen Anders Kristiansen und Julie Houmann. Die auf Rang acht geführten Dänen verhinderten schon gestern die Finalteilnahme des deutschen Duos Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim und Birgit Michels.

Das abschließende Fazit des Chef-Bundestrainers fiel bei dieser Bilanz natürlich äußerst positiv aus: „Ich bin super froh. Vier Finalteilnahmen, das ist fantastisch. Wobei es ja fast auch hätten fünf sein können. Ein schöneres Abschiedsgeschenk kann es kaum geben. Heute hatte ich das Vertrauen, dass wir auch vier Titel hätten gewinnen können, aber mit zwei Turniersiegen lässt es sich auch hervorragend leben“, sagt Jakob Hoi, der Ende des Jahres den DBV verlässt und in England die Verantwortung für die Herrendoppel übernehmen wird.

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