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03.11.2012

Viermal schaffen Deutsche den Sprung ins Finale

Historischer Erfolg bei Bitburger Badminton Open





Bei den Bitburger Badminton Open sind die Teilnehmer der morgen ab 14 Uhr beginnenden Endspiele ermittelt. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier in der Saarbrücker Saarlandhalle stand heute das Halbfinale auf dem Programm. Dabei konnte die Ausgangslage für den Deutschen Badminton Verband (DBV) besser nicht sein: Insgesamt fünf Begegnungen mit deutscher Beteiligungen wurden ausgetragen – in jeder Disziplin waren noch DBV-Athleten vertreten. Am Ende war es ein sensationelles Ergebnis: So durften in den Einzeln Marc Zwiebler und Juliane Schenk den Einzug ins Finale feiern. Weiter qualifizierten sich Birgit Michels und Johanna Goliszewski im Damen- sowie Ingo Kindervater und Johannes Schöttler im Herrendoppel.

Die topgesetzte Juliane Schenk ist im Schlussakt vertreten: Die 29-Jährige behielt gegen Petya Nedelcheva aus Bulgarien mit 14:21, 6:21 und 15:21 die Oberhand. „Das war ein ganz komisches Spiel. Ich denke, das sieht man auch am Ergebnis. Für mich festzuhalten bleibt, dass ich mich auf meine Stärke, dass ich immer wieder ins Match zurückkommen kann, verlassen kann. Das ist ein schönes Gefühl. Morgen heißt es dann: Neues Spiel – neues Glück“, sagte die gebürtige Krefelderin. Die Weltranglistensechste von der SG EBT Berlin muss nun gegen die Vorjahresfinalistin Yao Jie aus den Niederlanden antreten. Weiter im Geschäft ist auch Marc Zwiebler vom 1. BC Bonn-Beuel. Der Europameister gab im Turnierverlauf noch keinen Satz ab – das passierte erst heute gegen Mohamad Arif Abdul Latif aus Malaysia. Doch der an Position zwei gesetzte Zwiebler sicherte sich den Einzug in die Schlussrunde mit einem im Endeffekt abgeklärten 21:10, 17:21 und 21:15. „Der erste Satz ging vielleicht ein bisschen zu einfach und im zweiten wechselte der Malaysier seine Taktik. Es dauerte ein wenig, bis ich mich darauf eingestellt hatte, aber dann lief es ja wieder“, erklärte der 28-jährige Linkshänder. Auf den in der Weltrangliste derzeit auf Position 20 geführten Deutschen wartet nun Tien Chen Chou aus Taiwan, der in einem spannenden Dreisatzmatch dem Engländer Rajiv Ouseph die Finalteilnahme verwehrte. Zwiebler: „Gegen Tien Chen Chou habe ich bei den Singapur Open vergangenes Jahr in der ersten Runde gewonnen, aber seither hat er sich weiter verbessert. Mein Ziel war das Erreichen des Halbfinals. Jetzt werde ich natürlich alles versuchen, das Turnier zu gewinnen.“

Extram spannend machte es das Herrendoppel Ingo Kindervater vom 1. BC Bonn-Beuel und Johannes Schöttler vom 1. BC Bischmisheim. Der erste Satz ging noch mit 21:17 an die Engländer Chris Adcock und Andrew Ellis, den zweiten holten sich die Weltranglisten-20. aus Deutschland mit dem gleichen Ergebnis. In Satz drei stand es dann 19:19, bis die DBV-Athleten zweimal zuschlugen und den Finaleinzug perfekt machten. „Wir haben super angefangen und uns dann ein bisschen von der unorthodoxen Spielweise der Engländer aus dem Konzept bringen lassen. Das bekamen wir aber wieder in den Griff“, erzählte Johannes Schöttler. Nun wartet schon wieder ein Duo von der Insel. „Unsere Gegner Chris Langridge und Peter Mills haben heute die beiden starken Dänen Rasmus Bonde und Mads Conrad-Petersen aus dem Turnier geworfen. Die strotzen also morgen nur so vor Selbstvertrauen. Das wird wieder ein harter Kampf“, meinte Ingo Kindervater.

Das beste deutsche Damendoppel marschiert unaufhörlich weiter: Birgit Michels vom 1. BC Bonn-Beuel und Johanna Goliszewski vom 1. BV Mülheim räumten heute Patchanut Krajangjit und Peeraya Munkitamorn aus Thailand mit einem 21:12 und 21:17 aus dem Weg. Umso erstaunlicher, da das deutsche Duo gerade erst zusammengestellt wurde. „Das ist einfach nur super. Wir haben zusammen erst vier Turniere bestritten – und dann gleich eine Finalteilnahme. Besonders freut es mich für Johanna, das ist ihr bisher größter Erfolg“, meinte Birgit Michels. Jetzt gilt es allerdings, eine harte Nuss zu knacken. Keine Schwächen zeigten bisher Rong Wang und Zhibo Zhang. Auch heute warfen die beiden Spielerinnen aus Macao die topgesetzten Shinta Mulia Sari und Lei Yao aus Singapur in zwei Sätzen aus dem Turnier. Michels: „Das ist für mich eine echte Überraschung. Ich kenne die beiden Mädels aus Macao überhaupt nicht. Und Shinta Mulia Sari und Lei Yao sind bei Olympia gestartet. Aber egal, wir haben überhaut keinen Druck und gehen morgen ganz unbeschwert in dieses Spiel.“

Den einzigen Wermutstropfen gab es im Mixed: Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim und Birgit Michels standen im Halbfinale Anders Kristiansen und Julie Houmann gegenüber. Die deutschen Olympia-Viertelfinalisten von London kamen während des Turniers nie richtig ins Rollen. Ihrem Spiel fehlte die Leichtigkeit und es war durchzogen von vielen Fehlern. Bis dato fiel das nicht zu sehr ins Gewicht, aber heute gegen die Dänen reichte eine solche Leistung nicht. Mit 18:21, 21:17 und 14:21 mussten sich die an Position vier gesetzten Deutschen geschlagen geben. „Wir haben heute wirklich miserabel gespielt. Es war eine ganz zerfahrene Partie und wir kamen nie ins Spiel. Das ist ganz schön bitter – und gleich doppelt ärgerlich, da wir mit Normalform hier das Turnier echt hätten gewinnen können“, gab der 30-jährige Michael Fuchs zu Protokoll. Im Finale treffen die Nordeuropäer nun auf die topgesetzten Polen Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba, die heute Danny Bawa Chrisnanta und Yu Yan Vanessa Neo aus Singapur aus dem Rennen warfen.

Das Fazit des Tages: „Das ist in der Breite mit Sicherheit der größte Erfolg, den wir je verbuchen konnten – also auf jeden Fall mal in der jüngsten Historie. Die Wertigkeit und die Turnierlevels haben sich ja in den vergangenen Jahren immer mal wieder geändert. Ich kann mich aber nicht an etwas Vergleichbares auf diesem Niveau erinnern“, sagt DBV-Sportdirektor Martin Kranitz.

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